Von der Bayern-Bank ins Lazio-Tor

von Redaktion

Pepe Reina erlebt in Rom gerade seinen zweiten Frühling

München – Pepe Reina tritt heute Abend gegen seinen Ex-Klub an. An sich nichts Neues, schließlich hat der 38 Jahre alte Spanier in über zwei Jahrzehnten bereits für acht Klubs in Spanien, England, Italien – und eben auch Deutschland gespielt.

In der Saison 14/15 setzte sich Reina als Ersatztorwart hinter Manuel Neuer auf die Ersatzbank des FC Bayern, kam in München auf insgesamt drei Einsätze und einen Platzverweis. Über Neapel, Milan und Aston Villa ging es 2020 schließlich zu Lazio Rom. Angedacht war auch in Italien die Rolle der zweiten Kraft hinter der ursprünglichen Nummer eins Thomas Strakosha. Denkste – denn jetzt ist Oldie Reina Stammkeeper bei Lazio.

„Ich war stets vorbereitet für den Fall, der eingetreten ist“, meinte der Andalusier neulich. Heißt konkret: Strakosha verletzte sich, Reina glänzte im Kasten der Laziali und blieb dort, als Strakosha sich wieder fit meldete. Seitdem erlebt der Welt- und Europameister den zweiten Frühling seiner Karriere und ist mit 176 Spielen hinter Cristiano Ronaldo (183) und Iker Casillas (186) der Spieler mit den drittmeisten Einsätzen auf europäischer Bühne. Aufhören? Aber nicht doch: „Ich bin noch bestens in Schuss“, so Reina. Heute Abend bekommt er es mit seinem Ex-Kollegen Robert Lewandowski zu tun, der Pole dürfte aber Augen für einen anderen Lazio-Kicker haben.

Die Rede ist von Torjäger Ciro Immobile (31), mit dem der Weltfußballer noch ein Hühnchen zu rupfen hat. In der Vitrine des Superstars stehen mittlerweile nämlich sämtliche Titel auf Vereinsebene sowie individueller Natur – bis auf den Goldenen Schuh für den besten Liga-Torschützen Europas.

Und zwar nur, weil Immobile ihn Lewandowski vergangene Saison vor der Nase wegluchste. Auch der Ex-Dortmunder ist heiß auf das Knipserduell: „Dich mit den Besten zu messen, sorgt immer für einen Schuss Extra-Motivation“, meinte er bei „uefa.com“. Dass der Italo-Scharfschütze auch in der laufenden Saison auf beachtliche 19 Saisontreffer kommt, liegt in der Leistung einer ungemein reifen Mannschaft begründet, die in Italien dank Trainer Simone Inzaghi (richtig, der Bruder von Ex-Bayern-Schreck Pippo) auch dieses Jahr wieder um die CL-Plätze mitspielt.

Aufgebaut wird mit Dreierkette, Routinier Lucas Leiva (34) ordnet das Spiel auf der Sechs und Luis Alberto (28) zaubert. Der Spanier ist der Mann für besonderen Momente und Tore, wie er beim jüngsten 1:0-Ligasieg über Sampdoria unter Beweis stellte. Alberto hat bislang für sechs Vereine in drei Ländern gekickt. Durchgestartet ist er aber erst bei Lazio. Wie Landsmann Reina nun auch wieder.  lop

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