Rom/München – Tempo-Dribblings an der Seitenlinie, doppelte Übersteiger im gegnerischen Strafraum und Pässe mit der Hacke: Niklas Süle erinnerte mit seinem Auftritt gegen Lazio Rom nicht an eine Abwehrkante, sondern gab den Edeltechniker samt weißer Fußballschuhe. Süle wird zu Sülinho!
Wie schon beim 1:2 in der Bundesliga gegen Frankfurt startete der Nationalspieler in Rom als Rechtsverteidiger – doch diesmal überzeugte er über 90 Minuten. Während sein Zusammenspiel mit Leroy Sané gegen die Eintracht mehr als wackelig war, zeigte das Duo gegen Lazio ein anderes Gesicht. Auf der rechten Seite machte Süle mit Sané Dampf nach vorne – und sorgte für Stabilität in der Rückwärtsbewegung.
Die Abstimmung der beiden Nationalspieler klappte gut, wie auch Sané nach der Partie anmerkte: „In der Offensive fängt die Defensive an, weil wir da auch verteidigen und anlaufen müssen. Gegen Lazio hat es ganz gut funktioniert.“ Auch dank Süles Einsatz. Der Abwehrmann hat sich endgültig als erster Vertreter für Stamm-Rechtsverteidiger Benjamin Pavard (noch Corona-Zwangspause) etabliert.
Wenn Süle seine aktuelle Form halten kann, stärkt das auch seine Position bei den anstehenden Vertragsverhandlungen. Sein Kontrakt läuft im Sommer 2022 aus. Dann wäre er ablösefrei zu haben, sollten die Papiere nicht vorzeitig verlängert werden. Sportvorstand Hasan Salihamidzic erklärte in Rom diesbezüglich: „Niklas ist ein Topspieler, Nationalspieler. Wir sind mit dem Management in Kontakt.“ Wer weiß, vielleicht dribbelt sich Süle mit solchen Leistungen bald zum neuen Vertrag. bok, jau