Aufwärtstrend oder Momentaufnahme? Die neuen Streithähne der Liga? Was war an der Leistung von Endo so besonders?

von Redaktion

Borussia Dortmund

Vermeintliche Krisen werden gerne an Personalien festgemacht. So war Jadon Sancho lange das Symbol für die Schwächephase von Borussia Dortmund in dieser Saison. Der Wirbelwind strahlte plötzlich keine Torgefahr aus, konnte im Offensivspiel keine Impulse mehr setzen. Das hat sich längst geändert: In den vergangenen vier Pflichtspielen sammelte Sancho sechs Scorerpunkte. Auch beim souveränen 3:0-Erfolg seines Teams über Bielefeld am Samstag überzeugte der Engländer wieder mit einem eigenen Treffer per Elfmeter und der Vorlage auf Mahmoud Dahoud. Der 20-Jährige markierte damit seinen 50. Assist im 99. Ligaspiel – neuer Rekord. Die starke Form von Sancho erklärte Abwehrchef Mats Hummels: „Er arbeitet seit ein paar Wochen anders. Sowohl im Training oder im Kraftraum, und dann wird man belohnt. Nun spielt er herausragend.“ Herausragend spielen die Dortmunder als Team zwar noch nicht, aber immerhin wieder gut. Durch den Patzer der Frankfurter Eintracht in Bremen ist Platz vier und damit die Qualifikation zur Champions League plötzlich nur noch drei Punkte entfernt. Nach drei Siegen in Serie blickt der BVB nun voller Selbstvertrauen auf eine „geile Woche“ mit „drei absoluten Krachern“, wie es Emre Can formuliert. Morgen folgt das Duell im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Gladbach und den zukünftigen BVB-Trainer Marco Rose, Samstag das Topspiel in der Bundesliga bei den Bayern und am 9.3 das Rückspiel des Achtelfinals der Champions League gegen Sevilla. Sancho und Dortmund haben also gleich drei hochkarätige Gelegenheiten, um zu beweisen, dass der aktuelle Aufschwung mehr als nur eine Momentaufnahme ist.

Bremen und Frankfurt

Die Gemüter waren am Freitagabend auch lange nach Abpfiff des 2:1-Siegs von Werder Bremen über Eintracht Frankfurt noch nicht beruhigt. „Dass wir hier verlieren, tut mir besonders weh“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter, „Hier ist es immer speziell. Rundherum hatte es mit Niveau wenig zu tun.“ Was war also passiert, dass der Österreicher auch auf der Pressekonferenz noch so angesäuert reagierte? Hütter störte sich unter anderem an einem Betreuer der Bremer, der von der Tribüne aus permanent und lautstark seine Kommentare rund um das Spielgeschehen abgegeben haben soll. Zudem monierte Hütter, „dass die Bremer es sehr auf Hinteregger abgesehen hatten. Speziell Füllkrug, als er reinkam.“ Ausgerechnet die beiden Spieler lieferten sich nach Spielende noch ein Handgemenge auf dem Weg zur Kabine. Zudem geriet Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner verbal mit Werder-Trainer Florian Kohfeldt aneinander. Schon in den vergangenen Partien kam es zwischen den beiden Streithähnen der Liga zu emotionalen Auseinandersetzungen. Der Beginn einer neuen Dauerrivalität? Kohfeldt konterte die Anschuldigungen aus Frankfurt jedenfalls: „Wir hatten sehr entspannte Heimspiele in letzter Zeit. Die Eintracht muss sich fragen, warum es immer bei ihnen so ist.“ Der 38-Jährige Coach attestierte den Frankfurtern eine „überragende Saison“: „Man muss dann auch mal mit Anstand verlieren können.“

VfB Stuttgart

Eigentlich ist Wataru Endo für seine defensiven Fähigkeiten bekannt. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat beschreibt den 28-Jährigen als „Bodyguard“ und „Herzstück“ des Teams. Doch beim 5:1-Sieg über Schalke überzeugte der Japaner mit zwei Treffern und zwei Vorlagen auch offensiv. Es waren die ersten Treffer von Endo in der Bundesliga. Maßgeblich daran beteiligt ist Endos ältester Sohn: „Vor den Spiel sagt er immer: Bitte Papa, schieß ein Tor“, sagte der Mann des Wochenendes.

NICO-MARIUS SCHMITZ

Artikel 1 von 11