Leverkusen – Kurz vor Weihnachten, nach zwölf Spieltagen, da war Bayer Leverkusen Tabellenführer der Bundesliga. Zehn Wochen sind seitdem ins Land gezogen, mit elf Spielen, in denen Bayern München 25 Punkte geholt hat, Eintracht Frankfurt auch, der VfL Wolfsburg deren 24, selbst der Abstiegskandidat 1. FC Köln noch elf – und Bayer Leverkusen: neun. Aus dem Spitzenreiter ist ein Krisenclub geworden, der sogar um den Einzug in die Europa League bangen muss. „Gefühlt verspielen wir gerade alles“, sagte Nationalspieler Nadiem Amiri.
Das 1:2 (0:0) gegen den SC Freiburg war für die schwächelnde Werkself nur drei Tage nach dem Europapokal-Aus der nächste Tiefschlag. Die Spieler flüchteten nach dem Abpfiff in die Kabine, von der Champions League ist die Werkself fünf Punkte entfernt. Der Druck auf Trainer Peter Bosz nach nur drei Siegen aus 14 Pflichtspielen 2021 wächst. „In unserer Situation müssen wir mit unseren Chancen früh in Führung gehen“, sagte der Niederländer, „da habe ich gesehen, dass wir wirklich wollen. Jetzt geht es darum: Wie drehen wir das?“
Freiburg zog durch die Treffer von Ermedin Demirovic (50.) und Lucas Höler (61.) am VfB Stuttgart und Mönchengladbach vorbei auf Platz acht. Leon Bailey (70.) gelang der Anschlusstreffer. „Wir hatten in der ersten Halbzeit ein bisschen Glück, dann haben wir uns vorgenommen, Bayer unser Spiel aufzuzwingen“, sagte Höler. „Danach waren wir eiskalt vorne.“
Zum Leidwesen von Bosz, der wie erwartet auf der Torhüterposition reagiert hatte. Der Niederländer ersetzte Ersatztorhüter Lomb nach dessen schweren Patzern gegen die Young Boys Bern und den FC Augsburg durch U21-Nationaltorwart Grill. Zu allem Überfluss musste Bosz kurz vor der Pause Neuzugang Timothy Fosu-Mensah auswechseln, der im Rasen hängengeblieben war und sich dabei das Knie verdrehte. „Wir befürchten einen Kreuzbandriss“, sagte Bosz. sid