Ein Zwischenspurt ist genug

von Redaktion

97:76 – Bayerns Basketballer schlagen auch Würzburg – BB-Debüt für Krämer

VON PATRICK TORRES

München – Nihad Djedovic sah traurig aus, als er den Blick so über das Spielfeld schweifen ließ. Ein Bild, das ein bisschen zur Normalität geworden ist, in einer Saison, die doch eigentlich das große Highlight in der Karriere des 31-Jährigen sein sollte. Als Kapitän sollte er die Bayern zurück zum Erfolg führen. Aber nun? Ist er nicht viel mehr als Zaungast.

Das 97:76 (45:40) des FC Bayern gegen s‘oliver Würzburg war das 24. Saisonspiel , das Djedovic nur von außen anschauen konnte. Derzeit ist es das Knie, das ihn zwickt. Und diesmal gibt sich sein Club gar nicht der Hoffnung hin, dass der Leitwolf bald zurückkommen könnte. Im Gegenteil, für mindestens zwei Wochen hat Trainer Andrea Trinchieri Djedovic weggeschickt. „Wenn man sich seine Verletzungsgeschichte der letzten beiden Jahre anschaut, dann müssen wir jetzt einen anderen Weg gehen“, sagte der Italiener, „er soll sich jetzt die Zeit nehmen, sich komplett auszukurieren.“ Mit anderen Worten: Lieber in der heißen Phase einen fitten Djedovic als einen Dauerverletzten.

Auch vor diesem Hintergrund hat der Verein vor einigen Tagen noch einmal nachgelegt. Aus der us-amerikanischen G-League wurde der frühere Ulmer David Krämer an Bord geholt. Der athletische Guard durfte sich gegen Würzburg zum ersten Mal längere versuchen. Natürlich braucht er noch Zeit um sich ins Bayern-Team einzufinden. Doch man kann schon erahnen: Vor allem in der BBL, wo die gestressten Münchner ja schon einige Punkte liegen ließen, kann Krämer (5 Punkte/3 Rebounds) den Münchnern helfen.

Gerade in den nächsten Wochen wird das von Bedeutung sein, wenn es in der Euroleague endgültig um die Playoff-Plätze geht. „Die Euroleague hat keine Priorität“, sagt Trinchieri zwar, „Priorität hat für mich das nächste Spiel.“ Doch die Aufmerksamkeit wird zwangsläufig mehr auf den Endspurt in Europa und die historische Chance auf die erste deutsche Viertelfinal-Teilnahme gehen. In dieser Woche warten gleich zwei Richtung weisende Duelle – am Dienstag in Belgrad und am Donnerstag gegen Panathinaikos Athen. Zwei Siege würden das große Ziel schon ziemlich nahe bringen,

Das nationale Programm gehört da eher zur Kategorie Pflichtprogramm. Man will gewinnen, irgendwie. Am Sonntag schafften es die Bayern letztlich ziemlich souverän. Eine Halbzeit lang mühte man sich zwar gegen Würzburger, die aufs Tempo drückten wann immer es ging. Doch zunächst spielten die Bayern ihre individuelle Klasse aus. So wie DJ Seeley, der mit 20 Punkten diesmal der treffsicherste Mann in Rot war.

Und wie schon so oft in dieser Bundesliga-Saison packten die Bayern, bei denen diesmal auch Wade Baldwin und Vladimir Lucic pausieren durften, nach dem Wechsel auch als Team drauf. Und ein kurzer Zwischenspurt im dritten Viertel genügte ja auch schon, um für klare Verhältnisse zu sorgen.. Aus fünf Punkten Unterschied wurden im Eiltempo 17 (72:55), der Endspurt nicht mehr als ein Schaulaufen.

Und nicht zuletzt Topscorer Seeley war mit dem Erlebten glücklich und zufrieden. „Jedes Spiel ist hart für uns“, sagte er, „aber wir haben unseren Weg gefunden.“

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