Nachspielzeit bei Hoffenheim – Wolfsburg, die TSG führt 2:1, und ihr Stürmer Munas Dabbur strebt dem leeren Tor des VfL zu, bereit, das 3:1 zu erzielen. Da kommt von hinten der Sensenmann: Paulo Otavio, der Wolfsburger, setzt zum eingesprungenen und beidbeinigen Scherenschlag an. Denkbar klarster Fall einer Roten Karte. Die Sperre wird sicher deutlich ausfallen.
Selten war ein Foul sinnloser, da da Spiel nun wirklich gelaufen war. Trotzdem: In den Sozialen Medien fand es seine Anhänger. Wegen seiner fast schon nostalgischen 80er-Jahre-Rohheit. Und weil sich mit Hilfe des Videoclips Späße machen ließen rund um die Sprache, mit der Fouls in der Nachbetrachtung von den Tätern oft verschleiert werden. „Klar Ball gespielt“ oder „Na gut, ein Kontakt war da“. Das Wichtigste: Dabbur, der von den Beinen Geholte, überstand es schadlos.
Sicher spielte beim VfL Wolfsburg auch der Frust eine Rolle. Die schöne Serie der Gegentorlosigkeit ging nach 674 Minuten zu Ende. In Sinsheim schlug es hinter Koen Casteels schon nach acht Minuten ein. Platz sechs in der Allzeit-Liste der Unbezwingbaren. gük/Foto: AFP/Roland