Es geht auch ohne Trinchieri

von Redaktion

Nach den Technischen Fouls gegen den Trainer holen Bayerns Basketballer ein 93:78 in Vechta

VON PATRICK TORRES

Vechta – Für Andrea Trinchieri war der Arbeitstag früh beendet. Mitte des dritten Viertels schon schlappte der Trainer der Basketballer des FC Bayern begleitet von Sportchef Daniele Baiesi in die Katekomben der Vechtaer Arena. Die Unparteiischen hatten den beharrlich tobenden Italiener gerade mit dem zweiten Technischen Foul bedacht. Weshalb Trinchieri den Rest des Bundesliga-Auftritts seiner Bayern bei Rasta Vechta auf dem Bildschirm anschauen musste.

Was er da sah, dürfte er zufrieden abgehakt haben. Denn seine Profis brachten dirigiert von Assistent Adriano Vertemati ein bis dahin lange zähes Duell mit dem Schlusslicht halbwegs souverän ins Ziel. 93:78 (47:44) setzten sich die Bayern am Ende durch. „Vielleicht war das noch mal so ein Impuls, den wir gebraucht haben“, befand Paul Zipser. Klappt es auch am Dienstag bei Teil zwei der Münchner Niedersachsen-Reise im Nachholspiel in Braunschweig mit einem Sieg, dann bleibt man dem Spitzenduo aus Ludwigsburg und Berlin auf den Fersen.

Der Doppeleinsatz, den die Bayern Dienstagnacht mit einem Bustrip durch die Republik beenden werden, hatte Trinchieri ja einiges Kopfzerbrechen bereitet. Auf wen sollte er bauen nach den strapaziösen Euroleague-Einsätzen in Belgrad und gegen Athen. Am Ende setzte er mit Jalen Reynolds, Wade Baldwin und DJ Seeley ein Trio auf die Tribüne, das ziemlich wesentlich an den Erfolgserlebnissen in Europa beteiligt war.

Das musste sich bemerkbar machen. Erst Recht gegen ein Team, das verbissen um die Chance kämpft, vielleicht doch in der Liga zu bleiben. Zu diesem Zweck hatte Rasta kürzlich noch Edgar Sosa aus Frankreich an Bord geholt. Und der dominikanisch-amerikanische Spielmacher wollte zeigen, dass das eine gute Idee war. Immer wieder deckte er Abstimmungsprobleme in der Münchner Defensive auf. 24 Punkte sprangen heraus. Dass sich schon Mitte der ersten Halbzeit Abwehr-Säule James Gist mit Leistenproblemen verabschiedete, machte es nicht einfacher.

Wobei zumindest Zipser für derlei Anlaufschwierigkeiten wenig Verständnis hat. „Wir haben da in den letzten Wochen viel darüber geredet, dass wir da anders herangehen müssen“, sagte er bei „Magentasport“, „es geht nicht, dass wir 40 Minuten kämpfen müssen.“

Aber die Bayern haben in ihrem Euroleague-Kader ja Leute, die jederzeit das Heft in die Hand nehmen können. Jajuan Johnson etwa sorgte in Halbzeit eins defensiv wie offensiv (13 seiner 17 Punkte) dafür, dass sich der Schaden gegen aufopferungsvolle Gastgeber in Grenzen hielt. Und dann übernahm Nick Weiler-Babb – die Münchner Allzweckwaffe. brachte so ziemlich alles ins Ziel, was sie in Richtung Korb beförderte. Auf 30 Punkte (u.a. sieben Dreier) hatte es der frühere Ludwigsburger in seiner freilich noch jungen Karriere noch nie gebracht..

Auch er hakte die Sache schnell ab. „Diese Spiele sind schwer“, sagte er, „wichtig ist, dass wir sie gewinnen.“ Zumal die nächste Aufgabe ja schon morgen kommt.

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