Frenzels Super-Schlussspurt zu Bronze

von Redaktion

Rang drei im Teamsprint – Gesamtbilanz der DSV-Kombinierer bleibt bescheiden

Oberstdorf – Eric Frenzel stand im Ziel des Oberstdorfer Langlauf-Stadions und lauschte den Lobeshymnen auf seine Person. „Eric hat wirklich ein absolutes Super-Finish hingelegt“, sagte sein Teamsprint-Partner Fabian Rießle nach dem Gewinn einer nicht mehr für möglich gehaltenen Bronzemedaille. Er und der Rest der deutschen Kombinierer wussten: Dem schon 32 Jahre alten Frenzel war es zu verdanken, dass die Heim-WM in Oberstdorf letztlich nicht zum kompletten Reinfall wurde.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir die Medaille noch geholt haben“, sagte Frenzel, der die Aufholjagd der beiden Titelverteidiger zum Happyend führte und mit einem famosen Zielsprint gegen den Japaner Akito Watabe hinter Österreich und Norwegen seine 17. WM-Medaille gewann: „Wir hatten sehr großen Rückstand nach dem Springen, aber in den Lauf haben wir alles reingelegt.“ Und deshalb fand auch Rießle: „Bronze fühlt sich an wie eine Goldmedaille.“

Die holte zum Abschluss das österreichische Duo um den 19 Jahre alten Doppel-Weltmeister Johannes Lamparter 39,6 Sekunden vor Norwegen mit Topstar Jarl Magnus Riiber. Das deutsche Duo lag 1:07,4 zurück, was maßgeblich aus dem Rückstand nach dem Springen – 1:12 Minuten auf Sprungsieger Japan – resultierte, den diesmal Rießle verursacht hatte. Schanzenprobleme zogen sich durch die Gesamt-WM.

„Da haben wir zu viel liegen gelassen, während die anderen über sich hinausgewachsen sind“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. WM-Gold gab es für die einstigen deutschen „Dominierer“ nicht, zum ersten Mal seit 2009, es war die schlechteste Bilanz seit 1999. Neben Teamsprint-Bronze gewannen die DSV-Kombinierer, die bei den beiden vorangegangenen Weltmeisterschaften acht von zwölf Titeln abgeräumt hatten, in Oberstdorf nur Staffelsilber – ebenfalls unter der Regie Frenzels.

Weinbuch teilte nach dem letzten WM-Wettkampf mit, er wolle mindestens bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 Bundestrainer der Kombinierer bleiben. „Wir sind sehr froh, dass Hermann Weinbuch gesagt hat, dass er noch bis Peking weitermachen möchte“, sagte DSV-Vorstand Karin Orgeldinger. sid

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