Müller will bei EM „um den Titel kämpfen“

von Redaktion

München – Thomas Müller glänzt derzeit sogar vor den TV-Kameras als Vorlagengeber für Robert Lewandowski. Als Müller bereits mehrere Minuten Rede und Antwort am ZDF-Mikrofon gestanden hatte und Lewandowski neben ihm in der Kälte auf seinen Einsatz wartete, hatte der Ur-Bayer Mitleid mit seinem Teamkollegen. Ja, Radio Müller sei nach seiner Corona-Erkrankung wieder on Air, startete Müller seine spitzbübische Abmoderation und sagte: „Ich habe jetzt nur einen Studiogast hier: Robert Lewandowski, der würde auch gerne ein Lied spielen – und deswegen lassen wir den jetzt mal ran.“

Die brennenden Fragen zu einer möglichen DFB-Rückkehr hatte der Offensivspieler zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon beantwortet. „Das ist, was den Sommer betrifft, nicht an den Haaren herbeigezogen“, erklärte Müller und schickte gleich mal eine Titel-Ansage hinterher: „Ich habe große Lust, um den Titel zu kämpfen, wenn ich darf. Jetzt haben wir es von beiden Seiten angesprochen, dass es möglich ist. Dementsprechend können wir einen Haken dran setzen.“

Denn: Bereits zuvor hatte Bundestrainer Joachim Löw bei „Sky“ über seine Comeback-Pläne mit dem ausgemusterten Weltmeister-Trio Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng wie folgt gesprochen: „Man kann den Umbruch nicht völlig abbrechen. Aber man kann sich das überlegen, wenn man eine Pause hatte wie wir. Wenn man solche Spieler zurückholt, muss man ihnen eine klare Verantwortung geben.“

Heißt im Klartext: Wenn er Müller, Hummels oder Boateng zurückholt, kommen sie als Startelf-Kandidaten und nicht als Ergänzungsspieler. Für die anstehenden März-Länderspiele gegen Island, Rumänen und Nordmazedonien wird Löw das Trio noch nicht berücksichtigen. Der Bundestrainer weiß, dass eine März-Nominierung ein Ausdruck des Misstrauens gegenüber den aktuellen Nationalspielern wäre. Darum kommt eine Berufung von Müller & Co. erst bei der Benennung des EM-Kaders infrage. Der Münchner Offensivspieler hätte Interesse, wieder im DFB-Dress aufzulaufen, wie er am Samstag betonte: „Ich habe Lust, im nächsten Sommer nach Titeln zu jagen. Was dann am Ende passiert, das werden wir sehen. Ob beim Champions-League-Finale – das ganz klar unser Ziel ist – für mich terminlich Schluss ist oder nicht, das schauen wir dann. Aber die Lust ist groß, bei den Jungs dieser Generation auch mitzumachen.“

Was Müller meint: Ihm macht die Arbeit in München mit den Kollegen aus dem 95er-Jahrgang um Kimmich, Leon Goretzka, Serge Gnabry, Niklas Süle und Leroy Sané enorm Spaß. Die einstigen Youngsters sind beim Rekordmeister zu Leistungsträgern gereift. Müller will sie bei der Mission EM-Titel unterstützen. MANUEL BONKE

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