Die hohen Erwartungen bei der Nordischen WM in Oberstdorf hat das deutsche Team nur teilweise erfüllt. Elf Monate vor Olympia in Peking boten die Allgäuer Schneespiele unter Corona-Bedingungen zwar rauschende Höhepunkte, deckten aber auch bedenkliche Schwächen auf.
Sechsmal Edelmetall und je zweimal Gold, Silber und Bronze sind das zweitschlechteste deutsche Ergebnis der vergangenen 20 Jahre, nur 2013 in Val di Fiemme (1-1-3) waren Deutschlands Nordische schlechter. Trotz Heim-Vorteil ging Platz zwei in der Nationenwertung hinter Übermacht Norwegen nach sechs Jahren verloren.
Bang vor Olympia muss zumindest den Skisprung-Männern nicht sein. Bei den Kombinierern fällt die Bilanz durchwachsen aus. Mit Silber in der Staffel und Bronze im Teamsprint war es die schlechteste Ausbeute der einstigen Vorzeigesparte seit 1999, erstmal seit 2009 blieben die „Ex-Dominierer“ ohne Titel.
Erneut gescheitert sind die Langläufer, die erneut leer ausgingen. Zwei zehnte Plätze vom Laura Gimmler – viel mehr war nicht„Wir haben es nicht geschafft, zum Jahreshöhepunkt unsere Topleistungen abzurufen“, sagte Chefcoach Peter Schlickenrieder.
Die Verantwortlichen des Deutschen Skiverbandes um Präsident Franz Steinle zogen trotzdem ein positives Fazit. Was aber vor allem mit dem erfolgreichen Hygienekonzept der WM zu tun hatte. Bei 23000 Tests wurden nur neun positive Fälle registriert – das befürchtete Corona-Beben blieb aus. sid.