Saalbach-Hinterglemm/Jasna – Am Tag nach seiner bitteren Enttäuschung konnte Andreas Sander schon wieder lächeln. Platz acht in einem verrückten Super-G in Saalbach-Hinterglemm – das konnte sich sehen lassen. „Das war eine deutliche Steigerung, ich bin nicht ganz unzufrieden mit der Platzierung“, sagte der WM-Zweite in der Abfahrt. Im WM-Ort von 2025 hatte Sander am Samstag nur Platz 25 in der alpinen Königsdisziplin belegt.
Tatsächlich wäre gestern beim furiosen Sieg von Marco Odermatt aus der Schweiz sogar mehr drin gewesen für die Deutschen. Der stete Wechsel zwischen Sonne und Wolken wirbelte das Klassement auf dem herausfordernden Kurs am Zwölferkogel aber fortwährend durcheinander. Josef Ferstl rutschte dadurch an seinem Comeback-Wochenende noch ab auf Rang 13, Romed Baumann, WM-Zweiter im Super-G, wurde sogar auf Platz 29 durchgereicht.
Er habe „vom Start weg Probleme gehabt“, gestand Baumann, ihm habe bei schlechter Sicht die „nötige Konsequenz“ gefehlt. Der 35 Jahre alte Routinier ist nach seinem schweren Sturz im Zielraum der WM-Abfahrt drei Wochen zuvor freilich noch nicht wieder vollständig hergestellt, auch wenn er nach seinem guten zwölften Platz in den Abfahrt versichert hatte: „Das hat schon gepasst.“ Am Tag danach folgte der Dämpfer.
„Super happy“ war dafür Ferstl, der nach seinem Sturz Anfang Februar in Garmisch-Partenkirchen die WM verpasst hatte. Zwar räumte er ein, eine „sehr, sehr gute Platzierung“ durch einen Patzer „weggeschmissen“ zu haben, zwar wurde auch er von spät gestarteten und der Sonne begünstigten Läufern noch von Rang acht verdrängt. Aber: Wie Sander und Baumann ist Ferstl im Super-G für das Weltcup-Finale qualifiziert.
Der Saisonabschluss in Lenzerheide/Schweiz (17. bis 21. März), bei dem in der Abfahrt neben Sander und Baumann auch Dominik Schwaiger starten darf, verspricht viel Spannung im Kampf um den Gesamtweltcup: Odermatt liegt nach seinem Sieg vor Mathieu Bailet (Frankreich/+0,62) und Österreichs Doppelweltmeister Vincent Kriechmayr (+0,81), am Samstag Sieger in der Abfahrt, nur noch 81 Punkte hinter Alexis Pinturault (Frankreich).
Bei den Frauen nutzte Petra Vlhova gestern den schwachen Riesenslalom von Doppelweltmeisterin Lara Gut-Behrami, um im Gesamtweltcup auf 39 Punkte an die Schweizerin heranzurücken. Vlhova gelang im slowakischen Jasna ein Heimsieg vor Alice Robinson (Neuseeland) und Mikaela Shiffrin (USA). Marta Bassino sicherte sich durch Rang vier vorzeitig den Sieg im Riesenslalom-Weltcup. Shiffrin vergab im Riesenslalom ihre Führung nach dem ersten Lauf, hatte am Samstag aber den Slalom vor Vlhova gewonnen und dabei ihren 69. Sieg im Weltcup gefeiert. Es war zugleich der 45. in einem Slalom für die 25 Jahre alte Amerikanerin: Mehr Weltcupsiege in einer Disziplin gelangen nur dem legendären Schweden Ingemar Stenmark (46 im Riesenslalom). Damit rückte sie im Slalom-Weltcup auf 45 Punkte an Vlhova heran.
Bestes deutsches Ergebnis in Jasna war ein zwölfter Rang von Lena Dürr im Slalom. Jessica Hilzinger, die mit Rang 18 ihr bestes Karriere-Ergebnis in einem Slalom erzielt hatte, verpasste im Riesenslalom das Finale. sid