Bayern-Juwel träumt von einer EM mit Müller

von Redaktion

Musiala möchte von seinem erfahrenen Teamkollegen lernen und Bundestrainer Löw überzeugen

München – Bevor Bayern-Juwel Jamal Musiala (18) endgültig für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen kann, mussten und müssen noch ein paar bürokratische Hürden seitens des DFB überwunden werden. Denn: Musiala könnte aufgrund seiner Herkunft (Vater aus Nigeria, Mutter aus Deutschland, aufgewachsen in England) für mehrere Nationen spielen. Zwar hat sich der Youngster für Deutschland entschieden, trotzdem müssen nach Informationen unserer Zeitung die Landesverbände aus Nigeria, England, Wales, Schottland und Nordirland Absichtserklärungen bezüglich Musialas Vorhaben gegenzeichnen. Das ist bereits geschehen, nur die Engländer lassen den DFB noch etwas zappeln.

Beim Verband rechnet man aber demnächst mit der formalen Unterschrift seitens des englischen Verbands. Es sieht also gut aus, dass der Offensivspieler am 22. März im DFB-Teamhotel Lindner Congress in der Nähe des Rhein-Ufers zum ersten Mal DFB-Luft im Herrenbereich schnuppert. Noch-Bundestrainer Joachim Löw mahnt vorsichtshalber schonmal zur Geduld mit Musiala. „Das ist ja auch ein Prozess bei so einem jungen Spieler. Wichtig ist, ihn mal kennenzulernen und sich mit ihm zu unterhalten. Dass er mal das Gefühl für die Nationalmannschaft bekommt. Und dann ist es auch ein Prozess über eine längere Zeit, so jemanden in der Mannschaft auch zu integrieren“, sagt Löw gegenüber unserer Zeitung.

Heißt: Man solle doch bitte keine Wunderdinge vom Bayern-Spieler erwarten. Das Top-Talent ist hingegen schon einen Schritt weiter und fiebert einer EM-Nominierung entgegen – am liebsten gemeinsam mit dem Münchner Teamkollegen Thomas Müller. „Ich würde mich freuen, mit Thomas eine EM spielen zu dürfen“, sagt Musiala im Interview mit der „Sport Bild“. Er verwies darauf, dass er „positionstechnisch in der Offensive sehr flexibel einsetzbar“ sei. „Ich werde auf jeden Fall in den verbleibenden Spielen alles geben, um mich für eine EM-Nominierung zu empfehlen. Jetzt freue ich mich erstmal, das Team im März näher kennenzulernen.“

Musiala schafft es aber nur mit regelmäßiger Spielzeit, auf den EM-Zug aufzuspringen. Zumal Löw das Thema Umbruch durch seinen angekündigten Rücktritt erst mal unterbrochen hat. Und auf Einsatzminuten kommt Musiala seit der Corona-Rückkehr von Müller nicht mehr wirklich. Das Stammplatz-Duell mit dem Ur-Münchner sieht Musiala als Chance: „Er ist einer der besten Zehner der Welt, von dem ich mir viel abschauen kann. Ich sehe da keinen Nachteil für mich.“ Diese positive Grundeinstellung ist sicherlich kein Nachteil. MANUEL BONKE

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