Bayern siegt im Offensivspektakel

von Redaktion

Paul Zipser führt die Münchner zu einem 108:102 im Gipfel gegen Oldenburg

VON PATRICK TORRES

München – Mitte der ersten Halbzeit dürfte so mancher im Lager der Basketballer des FC Bayern mit leichter Sorge in Richtung Andrea Trinchieri geschaut haben. Der kleine Italiener redete gestikulierend auf Schiedsrichterin Anne Panther ein. Ähnliches war ja erst am Freitag kräftig in die Hose gegangen. Die 71:78-Niederlage bei Baskonia Vitoria lastete sich der Bayern-Coach zerknirscht gleich selbst an.

Im Bundesliga-Gipfel gegen die Baskets Oldenburg kriegte Trinchieri dann ja doch die Kurve. Er durfte bis zum Ende mitmachen, und das war auch besser so für seine Bayern. Denn mit dem Coach am Ruder entschieden die Münchner ein hoch dramatisches Spitzenspiel mit 108:102 ( 46:42). Was die Laune des Trainers natürlich kräftig aufbesserte. „In so einem unglaublichen Spiel mit einem Sieg nach Hause zu gehen, fühlt sich unglaublich an“, sagte er bei Magentasport.

Seine Bayern bekamen schnell zu spüren, dass es an diesem Tag nichts werden würde mit der üblichen BBL-Herangehensweise. Topspieler schonen, im dritten Viertel das Tempo anziehen, gewinnen – in etwa so war das in diesem Winter schon des öfteren gelaufen.

Dass das im Liga-Gipfel gegen Oldenburg anders laufen würde, war vorhersehbar. Die Niedersachsen überrumpelte das Team von Mladen Drijenic schon einmal Meister Berlin. Trinchieri wusste schon, warum er, abgesehen von Nick Weiler-Babb, seine volle Euroleague-Kapelle ins Rennen schickte.

Doch auch die hatte von Beginn an ihre liebe Mühe. Denn Oldenburg, das in diesem Jahr ja ohne internationale Verpflichtungen durch die Saison geht, spielte mit Intensität, Oldenburg spielte mit Tempo. Doch die Bayern hielten beherzt dagegen. Und so entwickelte sich ein rasantes und hochklassiges Spiel, sicher eines der besten, das diese Saison bislang zu bieten hatte. Die Münchner warfen zunächst vor allem ihr Stärke am Korb ins Spiel. Zur Pause hatten sie zehn Abpraller mehr abgegriffen. Doch die Sache blieb eng (46:42). „Wir spielen solide“, fand Cp-Trainer Demond Greene, „aber solide wird nicht reichen.“

Weil Oldenburg erwartbar auf dem Gaspedal blieb. Und vor allem hatten die Gäste in Keith Hornsby und Phil Pressey zwei Guard, die heiß liefen .14 Dreierversuche häuften die beiden an, zehn davon saßen – Oldenburg rauschte zwischenzeitlich bis auf zehn Punkte davon.

Bayerns Gegenargumente hießen Paul Zipser (28 Punkte/Karrierehöchstwert) oder auch der quirlige Spielmacher Wade Baldwin. (21). Sie lieferten einen weiteren der vielen Kraftakte, für die die Münchner vor allem in der Euroleague in dieser Saison berühmt geworden sind, und brachten ihr Team im Schlussspurt wieder ins Spiel.

Und wahrscheinlich war es kein Zufall, dass es genau die beiden waren, die die spektakuläre Partie doch zu Gunsten der Gastgeber entschieden. Baldwin punktete per Korbleger, Zipser packte einen Dreier drauf – fünf Punkte Vorsprung (104:99) waren für die Oldenburger nicht mehr wettzumachen.

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