München – Die Zeiten, in denen Miroslav Klose Tore für den FC Bayern erzielt hat, sind lange vorbei. Zehn Jahre, um genau zu sein. In der Bundesliga traf er für die Münchner letztmals bei einem 3:1-Sieg in Bremen. Am Samstag wiederholte sich die Geschichte. Klose, mittlerweile 42 Jahre alt und Assistent von Cheftrainer Hansi Flick, erzielte ein Tor. Beziehungsweise: Er hatte mit Torwarttrainer Toni Tapalovic zusammen eine Eckballvariante ausgetüftelt, die dem FC Bayern das 1:0 bescherte (23.).
„Mich freut es ganz besonders, dass wir durch ein Eckball-Tor in Führung gegangen sind“, erklärte Flick nach dem Spiel. „Toni Tapalovic und Miro Klose haben sich da ein bisschen was einfallen lassen. Kompliment!“
Und so überlisteten die Bayern die Bremer Abwehr: 1) Kimmich bringt die Ecke herein, Müller löst sich am ersten Pfosten von Gegenspieler Toprak, läuft dem Ball entgegen. Im Rückraum lauern Lewandowski, der spätere Torschütze Goretzka und Boateng. 2) Müller läuft auch noch an Sargent vorbei, um den Ball am kurzen Pfosten zu verlängern. Pavard bindet Toprak, das Trio aus dem Rückraum läuft in hohem Tempo los. 3.) Müller lässt den Ball über den Kopf rutschen, macht ihn so für die Gegenspieler unberechenbar, Pavard sperrt den Weg frei. Kurz vor dem Fünfmeterraum zieht Boateng auch Goretzkas Gegenspieler Eggestein auf sich. 4.) Das verschafft Goretzka den nötigen halben Meter Freiraum, um aus sieben Metern völlig unbedrängt rechts oben ins Bremer Tor einköpfen zu können. Boateng greift gar nicht mehr ein.
Lob gab es für diese raffinierte Variante übrigens nicht nur von Flick. Auch Bremens Trainer Florian Kohfeldt meinte nach dem Abpfiff: „Das wahr sehr, sehr ärgerlich. Das müssen wir besser verteidigen, aber der Standard war wirklich gut.“ jau