Stürmische Zeiten für Hansi

von Redaktion

DFB-Diskussion und frühe Gegentore: Die Baustellen von Bayern-Coach Flick

VON JONAS AUSTERMANN

München – Stürmische Zeiten für Hansi Flick! Das gilt nicht nur für die äußeren Umstände beim Münchner Gastspiel in Bremen, sondern auch für die Spekulationen um die Zukunft des Bayern-Trainers. Das Duell mit Werder – das erste Spiel, nachdem Joachim Löw seinen Sommer-Rückzug als Bundestrainer angekündigt hat – überstand Flick allerdings unbeschadet mit einem 3:1-Sieg. Hansi lässt sich nicht nass machen! Diese Baustellen umschiffte der 56-Jährige unweit der Weser:

Druck in der Liga: RB Leipzig lag vor dem Spieltag nur zwei Zähler hinter dem Rekordmeister. Die Münchner aber lieferten in Bremen eine ganz souveräne Vorstellung ab – im Gegensatz zu den roten Bullen am Sonntag. Leipzig kam gegen Frankfurt nicht über ein 1:1 hinaus, büßte zwei Punkte auf den Spitzenreiter ein und liegt nur deren vier zurück. Selbst wenn die Sachsen das direkte Duell Anfang April für sich entscheiden, haben sie die Entscheidung in der Meisterschaft nicht mehr selbst in der Hand. Ganz anders die Gemütslage in München. „Es war ein Sieg, der ungefährdet und mehr als verdient war“, meinte Flick. „Der Sieg hätte noch etwas höher ausfallen können. Wir haben uns vorgenommen, eine gute Positionierung zu haben und den Gegner bei Ballverlusten immer wieder unter Druck setzen zu können. Das war der Fall.“

DFB-Diskussion: Vor dem Spiel in Bremen gab es natürlich nur eine Frage: Was läuft da zwischen dem DFB und Flick? Der ehemalige Co-Trainer von Löw wäre schließlich die perfekte Besetzung für den ab Sommer vakanten Posten des Bundestrainers. Kaum ein Zweiter kennt den Verband und die deutsche Nationalmannschaft wie Flick. „Ich habe alles dazu gesagt, ich habe einen Vertrag bis 2023“, meinte der 56-Jährige. Immerhin verriet Flick dann aber noch, dass er regelmäßig Kontakt zu Oliver Bierhoff habe. Und der Direktor Nationalmannschaften und Akademie ist dafür zuständig, einen Löw-Nachfolger zu finden. „Wir sind befreundet, wir tauschen uns immer mal wieder aus“, erklärte Flick. In Sachen DFB sei aber alles gesagt – „und da gibt es nichts Neues“.

Nach einer klaren Absage von Flick klingt das erneut nicht. Und auch die Bayern-Stars müssen sich die Frage aller Fragen in den kommenden Wochen und Monaten gefallen lassen. In Bremen wurde Thomas Müller diese zweifelhafte Ehre zuteil. Schelmisch wie eh und je wich der Mäander-Müller aus oder druckste herum. „Ich habe mir noch keine Meinung dazu gebildet“, sagte er mit Blick auf die Löw-Nachfolge. „Das ist auch nicht das Interessanteste.“ Viel wichtiger für den deutschen Fußball sei schließlich ein erfolgreiches Abschneiden bei der Europameisterschaft im Sommer, die der formstarke Müller aller Voraussicht nach ja wieder als Nationalspieler erleben dürfte. „Wir wollen bei der EM erfolgreich sein und nicht wissen, wer der Löw-Nachfolger ist“, meinte Müller.

Frühe Gegentore: Das größte sportliche Ärgernis der letzten Wochen waren zweifelsfrei die vielen frühen Gegentore und Rückstände – gegen Dortmund, Frankfurt und Bielefeld. In Bremen waren die Bayern aber dann gleich hellwach, schalteten erst nach der 3:0-Führung einen Gang zurück. „Wir haben kaum Chancen zugelassen, aber das Tor tut weh, weil es nicht sein musste“, meinte Flick. Bleiben die Bayern konzentriert, könnte es etwas werden mit Titeln – womöglich zum Abschied von Hansi…

Artikel 1 von 11