München – Gut drei Wochen hat die Spannung in der Bundesliga gehalten. Gut drei Wochen hielt RB Leipzig die Distanz auf den FC Bayern an der Tabellenspitze bei zwei Punkten. Zwei ungewohnte Patzer des Rekordmeisters Mitte Februar (3:3 gegen Bielefeld und 1:2 in Frankfurt) hatten dafür gesorgt, dass sich die Sachsen an die Münchner anpirschen konnten, seit vergangenem Wochenende steht allerdings fest: Es war vielmehr ein schüchterner Annäherungsversuch seitens der Roten Bullen, die den Rhythmus des FCB allem Anschein nach doch nicht mitgehen können.
Das Remis der Truppe von Julian Nagelsmann gegen die Eintracht hat den Vorsprung nach dem ungefährdeten Sieg der Flick-Mannschaft in Bremen wieder auf vier Zähler anwachsen lassen. Es geht wieder langweilig zu an der Tabellenspitze – und das in einem Jahr, das für einen Machtwechsel quasi prädestiniert gewesen wäre.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Das wird sich die „Konkurrenz“ in der Bundesliga gefragt haben vor einer Saison, die für den Seriensieger aus dem Süden ein Kraftakt sondergleichen darstellen würde. Nicht nur, dass das corona-bedingt in den August verschobene Königsklassen-Endturnier dazu geführt hatte, dass die Münchner quasi unmittelbar im Anschluss daran wieder in der Bundesliga loslegen durften – der Kalender der Roten war zudem mit Folgeterminen wie dem europäischen Supercup und der Klub-WM auch bis in den kommenden Sommer vollgestopft. Hinzu kam eine Corona-Plage, die die Bayern gerade im Februar vor eine zusätzliche Herausforderung stellen sollte. Für sie spricht jedoch: Der Schaden wurde in Grenzen gehalten. Das Pokal-Aus in Kiel sowie zwei Pleiten und ein Remis in der Liga blieben die einzigen Ausrutscher 2021. Der Rest waren allesamt Siege. Zwölf an der Zahl. Eine Bilanz, mit der aktuell (und in der jüngsten Vergangenheit) kein Rivale in Deutschlands Elite mithalten kann. Dabei waren es die Leipziger gewesen, die nach dem Februar-Schlendrian des FCB bereits das Duell um die Schale ausgerufen hatten. „Wir nehmen das gerne an, dass wir enger dran sind und in den nächsten Wochen noch einen geilen Kampf haben“, frohlockte RB-Stürmer Yussuf Poulsen. „Aber eigentlich alle in der Spitze, wenn man sieht, wie gut auch Frankfurt und Wolfsburg mitziehen. Deshalb wird es dieses Jahr eine spannende Bundesliga.“
Spannung? Fehlanzeige! In der Zwischenzeit werden in Leipzig andere Töne angeschlagen. „Wir wollen einfach nur jedes Spiel gewinnen. Und dann schauen wir mal“, meinte Emil Forsberg nach dem Duell gegen Frankfurt. Selbst wenn RB Bayern im April schlägt, bräuchten die Sachsen noch Schützenhilfe für den Titel – und das in einem Jahr, in dem Bayern sportlich (sie weisen die meisten Gegentore der sieben Bestplatzierten in der Liga auf) verwundbar ist.
Und jetzt? Wird seitens der sportlichen Sterndeuter eben das Duell der Münchner in Leipzig am 3. April zum letzten Hoffnungsschimmer aller Nicht-Bayern ausgerufen. Führt man sich jedoch die Personallage in Osten der Republik vor Augen, so wird schnell klar, dass sich die Euphorie in Grenzen hält. Nicht nur, dass sich RB-Senkrechtstarter Angeliñoweiterhin mit muskulären Problemen herumplagt, auch Leipzigs Abwehchef und Bald-Bayer Dayot Upamecano ist nach seiner jüngsten Muskelverletzung gegen Frankfurt fraglich für das Topspiel.