München – Machtwort oder Charmeoffensive? Karl-Heinz Rummenigge hat sich am Montag erstmals zu den Gerüchten um Hansi Flick als möglicher neuer Bundestrainer geäußert – und dabei klar gemacht: Ich kämpfe um Hansi! „Wir wären ja verrückt, wenn wir jetzt unseren Trainer vorzeitig gehen lassen würden“, erklärte Rummenigge und verwies auf den Vertrag des Bayern-Trainers, der noch bis zum 30. Juni 2023 läuft.
„Jede Vereinbarung beinhaltet sowohl Rechte als auch Pflichten“, sagte Rummenigge. Der am Jahresende ausscheidende Vorstandsboss des FC Bayern startete aber nicht nur eine Charmeoffensive bei Flick, sondern horchte auch in der Frankfurter DFB-Zentrale ganz genau nach.
Rummenigge führte am Montag demnach ein „offenes Gespräch“ mit DFB-Präsident Fritz Keller und erklärte anschließend: „Er hat mir die Haltung des DFB noch einmal bestätigt, die ich sehr anständig finde.“ Und die sieht wie folgt aus: Der deutsche Verband wird keinen Trainer kontaktierten, der vertraglich über den 30. Juni 2021 hinaus gebunden ist. „Ich finde den Entschluss des DFB seriös und korrekt“, sagte Rummenigge.
Was all diese Aussagen wirklich wert sind, bleibt abzuwarten. Dass Rummenigge seinen Erfolgscoach nicht kampflos ziehen lässt, ist völlig klar. Ob Flick sich dadurch allerdings tatsächlich von einem Wechsel zum DFB abbringen lässt, wenn er denn will, ist äußerst fraglich.
Viel mehr dürfte es aus Sicht des 56-Jährigen in den kommenden Monaten darum gehen, wie seine Zukunft beim FC Bayern aussehen wird – vor allem, da sich mit Rummenigge der größte interne Fürsprecher Ende des Jahres verabschiedet. Das Verhältnis zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist keinesfalls unbelastet, gerade bei Transfers hatten die beiden oft unterschiedliche Ansichten.
Zudem soll ein Vorstoß von Salihamidzic bei Julian Nagelsmann (33, RB Leipzig), der in München Nachfolger von Flick werden könnte, bei Hansi nicht sonderlich gut angekommen sein. In diesem Kontext sind Rummenigges jüngste Worte durchaus auch als Schmeichelei an die Adresse Flick zu verstehen.
Letztlich entscheidet nämlich nur der allein, wie es weitergeht. JONAS AUSTERMANN