Bayern schwärmen von Streich

von Redaktion

Bundestrainer-Diskussion: Flick lobt Freiburger – Fokussiert auf Lazio

VON MANUEL BONKE

München – Leroy Sané umdribbelte die Frage nach einem künftigen Bundestrainer namens Hansi Flick ähnlich geschickt wie seine Gegenspieler, die sich ihm für gewöhnlich auf der rechten Münchner Außenbahn entgegenstellen. „Da sollen erst einmal andere darüber sprechen und spekulieren. Da bin ich raus. Hansi hat ja auch gesagt, dass er sich auf Bayern konzentrieren will, und so machen wir Spieler das auch“, sagte Sané gestern Nachmittag auf der Pressekonferenz und versicherte, dass dieses Thema auch innerhalb der Mannschaft keines sei: „Ich persönlich habe mit keinem der Nationalspieler bei Bayern darüber gesprochen, ob Hansi es wird oder nicht.“

Flick persönlich hatte sich bereits vergangene Woche einen Maulkorb in Sachen DFB verpasst. Allerdings wurde er trotzdem gefragt, wie ihm denn das jüngste Vertrauensbekenntnis vom Münchner Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge („Wir wären ja verrückt, wenn wir jetzt unseren Trainer vorzeitig gehen lassen würden“) gefallen hätte? „Ich habe alles zu diesem Thema gesagt. Bei mir hat sich nichts geändert. Ich äußere mich zu dem Thema nicht mehr“, lautete die Antwort.

Dafür schwärmte der Bayern-Trainer von einem anderen potenziellen DFB-Kandidaten: Freiburg-Coach Christan Streich. „Ich traue dem Christian alles zu. Er hat enorme Qualität, er hat eine Idee vom Fußball, wie er Fußball spielen will, von daher traue ich ihm alles zu.“ Problem: Wie Flick (2023) besitzt auch Streich (2022) einen gültigen Vertrag bei seinem Club – und an Trainer mit gültigen Arbeitspapieren möchte der DFB bekanntlich nicht aktiv herantreten. „Ich finde den Entschluss des DFB seriös und korrekt, keinen Trainer zu kontaktieren, der vertraglich über den 30. Juni 2021 hinaus gebunden ist“, stellte Rummenigge bereits fest.

Trotz aller Schweigegelübde werden den deutschen Rekordmeister die nächsten Wochen und Monate weiterhin DFB-Trainerdiskussionen vor der eigenen Haustüre an der Säbener Straße begleiten. Hansi Flick sieht übrigens keine Gefahr, dass das den Mannschaftserfolg negativ beeinflussen könnte. Er erinnerte gestern an eine weitaus turbulentere Zeit im Herbst/Winter 2019, als er vorerst als Interimstrainer übernahm und täglich über potenzielle Bayern-Trainer spekuliert wurde: „Als ich angefangen habe, war viel mehr Unruhe. Jeden Tag gab es einen anderen Trainer, der neuer Cheftrainer wird. Bis in den Lockdown rein ging das. Da war viel mehr Unruhe da. und trotzdem haben wir es geschafft, uns auf die Spiele zu fokussieren. Bei Bayern München gibt es immer viele Themen. Die Mannschaft ist sehr fokussiert, aber auch wir als Trainerteam.“

Dass die Bayern das in der Tat kalt lässt, haben sie mit dem 3:1-Sieg in der Bundesliga gegen Werder Bremen bewiesen. Das wollen sie auch heute in der Champions League gegen Lazio Rom zeigen.

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