Die Reisebewegungen im Fußball sind umstritten. Zwar touren die Vereine willig für ihre Europacup-Verpflichtungen über den Kontinent, empfinden es aber als heikel, wenn das auch Nationalmannschaften mit dem Personal tun, das sie, die Clubs, bezahlen – und das ihnen wegen der Quarantäneverordnungen nach Rückkehr von Länderspielen für bis zu zwei Wochen nicht zur Verfügung stehen könnte. Doch das ist ja nun zumindest im Fall Großbritannien vom Tisch. Seit Sonntag wird das Vereinigte Königreich vom Robert-Koch-Institut nicht mehr als Gebiet mit besonders hoher Mutation des Corona-Virus ausgewiesen. Denn: Die britischen Variante ist längst zum Regel-Virus geworden. Einreise aus England frei.
Die Veränderung in den Bestimmungen hat jedenfalls Auswirkungen auf den FC Bayern: Sein Torjäger Robert Lewandowski kann kommende Woche am Mittwoch mit Polen in England spielen. Die Münchner hätten ihn nicht freigegeben, wäre Lewandowski verpflichtet gewesen, sich nach dem Trip in Isolation zu begeben. Jedenfalls große Freude in Polen, wo man nun die Diplomatie von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki feiert. Der habe – und laut einem Bericht von n-tv bestätige das der stellvertretende Leiter des Außenministeriums – bei Angela Merkel erfolgreich interveniert. War dem so? Oder folgte sie vielleicht den Interessen des DFB, der seine England-Legionäre bei sich haben wollte?