Sammer versteht den DFB nicht

von Redaktion

Plädoyer für eine offenere Löw-Nachfolger-Suche – Kimmich sieht Flick weiter bei den Bayern

Düsseldorf – Bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer hat sich der DFB selbst eine entscheidende Einschränkung verpasst: Die Verantwortlichen um Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaft und Akademie, möchten keinen Trainer anwerben, der ein gültiges Arbeitspapier besitzt. Wunsch-Kandidaten wie Bayern-Coach Hansi Flick und Liverpool-Manager Jürgen Klopp sind somit raus aus dem Kandidaten-Kreis. Auch wenn bei Flick das letzte Wort noch nicht gesprochen scheint.

Bierhoffs beschränkte Trainersuche sieht Matthias Sammer durchaus kritisch. „Diese Position muss in meinen Augen unabhängig von Vertragskonstellation mit Leuten besetzt werden, die aktuell diesen veränderten Fußball leben und am besten geeignet sind“, sagte der ehemalige DFB-Sportdirektor und aktuelle Dortmund-Berater der Sport Bild und erklärt: „Der Job des Bundestrainers ist der begehrteste Posten in einem Land, der Fußball muss hierfür eine gemeinsame Entscheidung treffen.“ Das gelte „unabhängig von der Vertragssituation. Es geht um die Toplösung.“ Heißt auf Flick übertragen: Die Bayern-Bosse sollten sich gemeinsam mit den DFB-Verantwortlichen eine Lösung überlegen, wenn Flick ernsthaft Interesse am Bundestrainer-Amt zeigt.

Einer glaubt trotzdem nicht an Flick als Bundestrainer: Nationalspieler Joshua Kimmich. Er sagt via Sport Bild: „Hansi Flick hat einen Vertrag, und wir sind hier unglaublich erfolgreich. Deswegen gehe ich nicht davon aus, dass er es wird.“

Bierhoff betonte im Rahmen des DFB-Lehrgangs in Düsseldorf, dass ihn die guten verbandsinternen Trainerlösungen bei der Suche nach einem Nachfolger für Joachim Löw „ruhiger“ agieren lassen. Diese Worte dürften vor allem U21-Trainer Stefan Kuntz und Löws aktueller Co-Trainer Marcus Sorg gerne gehört haben. Beide haben sich intern bereits in Stellung gebracht, um Jogi demnächst zu beerben. Mit dieser Vorstellung könnte sich auch Sammer anfreunden: „Ich halte das für hochinteressant und spannend, Stefan kenne ich noch als Spieler: Ein exzellenter Fachmann, wie auch Marcus Sorg, beide haben auch einen super Draht zu den Spielern.“ Vorteil bei diesem Duo: Bierhoff könnte sein „Vertrags-Versprechen“ einhalten.

Darum steht vor allem Kuntz im Fokus. Doch der lässt sich in Sachen Bundestrainer-Frage (noch) nicht aus der Reserve locken. „Mein Fokus liegt auf einer erfolgreichen EM. Danach wird Zeit sein, darüber nachzudenken“, sagte der 58-Jährige Sport Bild. „Wenn ich jetzt anfange, über die Zukunft zu spekulieren, können und würden mich alle zu Recht kritisieren, weil ich mich nicht voll auf meine Aufgabe mit der U21 konzentriere“, so Kuntz.  bok

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