Valencia – Von den Ausflügen nach Spanien in dieser Saison ist bei Andrea Trinchieri ja nicht allzu viel Gutes in Erinnerung geblieben. Neben den Niederlagen bei Real Madrid und Baskonia war das vor allem der Umstand, dass er beide Partien nicht bis zum Ende miterleben durfte. Beide Male wurde der Trainer der Basketballer des FC Bayern mit Technischen Fouls vorzeitig in die Kabine geschickt. In Valencia durfte er gestern nun zwar bis zum Ende mitmachen. Viel mehr Spaß wird es ihm deshalb nicht gemacht haben. Am Ende stand eine 76:83 (33:46) – Niederlage. Immerhin: der direkte Vergleich mit den Spaniern ist gewonnen. Doch: der Sprung in die Euroleague-Geschichtsbücher ist vertagt. Noch könnte den Bayern der erste Playoff-Einzug in der Königsklasse abhanden kommen. Nächste Gelegenheit, es besser zu machen: Kommenden Dienstag gegen Fenerbahce Ístanbul.
Und die Bayern bekamen schnell zu spüren, warum sie in der spanischen Hafenstadt bislang nie gewonnen hatten. Valencia drückte von Beginn an heftig aufs Tempo. Der Ball kreiselte in Hochgeschwindigkeit durch die spanischen Reihen. Bis irgendwann, meist an der Dreierlinie, ein Mann in Orange frei zum Wurf kam. Sechs der ersten acht Distanzwürfe saßen. Dass Abwehrstratege James Gist wegen Rückenproblemen nicht mitmachen konnte, machte die Sache für die Gäste aus Deutschland nicht leichter.
Und die Bayern taten sich schwer, die passenden Antworten zu geben. Wade Baldwin und Co fehlte gegen die aggressive spanische Defensive die Leichtigkeit. Würfe mussten hart erarbeitet werden. Und die die Münchner abgaben, sprangen allzu oft wieder ins Feld zurück. Zur Pause war man 13 Punkte im Hintertreffen. Mal wieder.
Doch wenn irgendetwas verlässlich ist, in dieser Saison der Bayern dann ist das die beherzte Aufholjagd. Und zu der blies Vladimir Lucic. Der Serbe schuftete, sprang und warf. Binnen weniger Minuten stockte er sein Punkte konto auf 20 auf.. Und die Bayern hatten plötzlich mit 63:58 sogar die Vorteile für sich. 30:12 im dritten Viertel – derartiges war dem BC Valencia in eigener Halle selten widerfahren.
Doch die Bayern konnten das Niveau nicht halten, letztlich hatte die Aufholjagd diesmal wohl auch zu viel Kraft gekostet. Der Belgier Sam van Rossom spielte mit letztlich neun Assists seine ganze Klasse aus. In Mike Tobey hatte er den nötigen Vollstrecker. 18 Punkte sammelte er am Ende ein. Das war ein wesentliches Argument dafür, dass Valencia das Spiel in der Schlussphase eben doch zu seinen Gunsten drehte.
Valencias Trainer Jaume Ponsarnau war entsprechend erleichtert. „Bayern ist ein Spezialist, solche Spiele zu drehen, deswegen ist dieser Sieg für mich etwas ganz Besonderes.“