Einer für die Seele

von Redaktion

Der neue U19-Trainer Sandro Wagner mindert den Frust bei Unterhaching

VON NICO-MARIUS SCHMITZ

Unterhaching – Der wuchtigste Schuss des Abends kam von Manni Schwabl. 70 Minuten waren gespielt, da schimpfte der Haching-Präsident derart mit dem Schiedsrichter, dass er die Rote Karte erhielt und des Innenraums verwiesen wurde. Anschließend erinnerte sich Schwabl an seine eigene Profikarriere und drosch einen Ball in Richtung der leeren Ränge.

Die Wucht im Abschluss fehlte den Hachingern auf dem Spielfeld – trotz der Startelf-Comebacks von Stephan Hain und Patrick Hasenhüttl. 0:2 gegen Türkgücü im Totopokal – damit ist die Hoffnung auf eine Teilnahme am DFB-Pokal und der damit verbundene Geldregen auch schon wieder passé. „Wir hatten eine richtig gute erste Halbzeit, haben nur auf ein Tor gespielt. Im letzten Augenblick haben wir zu umständlich gespielt“, sagte Trainer Arie van Lent. In den nächsten spielfreien Tagen wolle man sich nun intensiv Gedanken machen, warum in der Saison bislang „nicht alles optimal gelaufen ist“.

Und trotzdem hob sich die Laune von Schwabl nach dem Spiel wieder. Das lag vor allem daran, dass die Hachinger endlich wieder etwas Erfreuliches vermelden können: Der ehemalige Bayern-Spieler Sandro Wagner übernimmt zur neuen Saison die U 19 der Spielvereinigung. „Das macht uns stolz. Vor allem, weil er mehrere Optionen hatte. Und ich muss ehrlich sagen: Dass er zu uns kommt, tut meiner Seele gut, denn wir stehen mit den Profis vor dem Abstieg in die Regionalliga“, sagte Schwabl. Wagner war zuletzt als Stürmertrainer bei den DFB-Juniorenmannschaften und als angesehener Experte bei DAZN im Einsatz.

„Ich sehe das als große Chance, wertvolle Erfahrungen im täglichen Umgang mit einer ambitionierten Mannschaft kurz vor dem Seniorenbereich zu sammeln. Haching leistet eine tolle Ausbildungsarbeit“, sagte Wagner, der seine aktive Karriere im vergangenen Jahr bei Tianjin Teda (China) beendete.

Wagner wohnt mit seiner Familie in Unterhaching, hat also ab Sommer kurze Arbeitswege. Schwabl sieht in dem 33-Jährigen einen „bodenständigen Typ, der seine Meinung sagt. So einen wollen wir.“ Eventuell bringt Wagner, der nie um einen Spruch verlegen ist, ja auch das dringend benötigte Selbstvertrauen wieder zurück in den Sportpark.

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