Istanbul – Der niederländische Fußball-Nationaltrainer Frank De Boer hat nach dem Fehlstart in die WM-Qualifikation in der Türkei (2:4) eine schnelle Reaktion angekündigt. „Wir finden es schrecklich, aber ich muss hier doch nicht heulen, oder?“, sagte er: „Wir müssen es besser machen. Erst gegen Lettland, dann in Gibraltar.“
Nach der überraschenden Niederlage in Istanbul steht der dreimalige WM-Dritte, der bereits die Endrunde 2018 verpasst hatte, in Gruppe G sofort wieder unter Druck. Der „Telegraaf“ rief bereits die „Alarmstufe 1 für Oranje“ aus. In den beiden nächsten Spielen am Samstag in Amsterdam vor 5000 Zuschauern gegen Lettland und am Dienstag in Gibraltar sind sechs Punkte aber fest eingeplant. Tabellenführer der Oranje-Staffel ist Norwegen nach dem 3:0 in Gibraltar.
„Das ist ein ernst zu nehmender Gegner – aber keiner, gegen den wir verlieren müssen“, sagte De Boer über die Türkei um Dreifach-Torschütze Burak Yilmaz. Grund zur Panik sieht De Boer nicht: „Das ist ein sehr schlechtes Ergebnis, aber es war nur das erste von zehn Spielen. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir keine Punkte mehr verschenken. Wir müssen positiv bleiben, im Fußball kann es schnell gehen.“
Auch Weltmeister-Trainer Didier Deschamps hofft nach Frankreichs Fehlstart in die Qualifikation für die WM 2022 auf rasche Besserung. „Mit ein bisschen mehr Frische und Dynamik können wir es besser machen“, sagte der Coach nach dem enttäuschenden 1:1 (1:0) gegen die Ukraine. Er habe gesehen, „dass wir nicht in Bestform waren“. Am Sonntag spielen Les Bleus in Kasachstan.
„Ich denke, wir hatten in der zweiten Halbzeit keine Chance“, gab Deschamps zu. „Wir haben den Torwart nicht überfordert.“ Zudem half Frankreich nach der Führung durch Antoine Griezmann (19.) im leeren Stade de France dem Gast aus der Ukraine durch ein Eigentor. Presnel Kimpembe fälschte einen Schuss ins eigene Tor ab (57.). Im zweiten Spiel der Gruppe D hatten sich Finnland und Bosnien-Herzegowina 2:2 (0:0) getrennt.
Deschamps beklagte die kurze Vorbereitung auf das Spiel. „Das ist keine Ausrede, das ist eine Tatsache“, sagte der Coach. Der 52-Jährige verwies auf „eine sehr kurze Erholungszeit, weil viele Spieler am Sonntag gespielt haben“. Es gebe „eine allgemeine körperliche Ermüdung wegen der Abfolge von Spielen alle drei Tage“.
Enttäuschend war auch der Auftritt des Starstürmers Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain. Der Coach sagte dazu: „Kylian weiß selbst, dass er nicht sein bestes Spiel gemacht hat.“ Der Angreifer „war nicht in der besten Verfassung“. Für das Spiel am Sonntag in Nursultan kündigte Deschamps an: „Es wird sicher viel Rotation geben.“ dpa