Szekesfehervar – Ridle Baku musste nach der Entdeckung seiner Stürmer-Gene breit grinsen. „Zwei Tore, das ist eine Premiere für mich. So kann es weitergehen“, sagte der Außenstürmer nach seinem Doppelpack zum 3:0 (0:0)-Auftaktsieg der U21-EM gegen Ungarn, bei dem er seinem „Namensgeber“ Karlheinz Riedle eindrucksvoll nacheiferte. Wobei: Dem späteren Weltmeister und Torjäger Riedle war in der U 21 nur ein einziger Treffer gelungen. In dieser Statistik liegt Baku also schon jetzt vorne.
Dabei war Baku eigentlich mal Rechtsverteidiger, wie beim VfL Wolfsburg spielt er nun aber auch in der Auswahl von Stefan Kuntz weiter vorne. Und wie in Wolfsburg zahlt sich das in Toren aus. „Im Verein läuft es, hier läuft es. Das macht mich stolz“, sagte Baku, der im neunten Spiel für die U 21 erstmals traf.
Weil er zudem die Vorlage zum 1:0 durch Lukas Nmecha lieferte, wurde Baku zum „Spieler des Spiels“ gewählt – standesgemäß als einziger in der U 21 mit A-Nationalmannschafts-Erfahrung. „Ich habe hier eine gewisse Führungsrolle, und der will ich gerecht werden“, sagte Baku, der eigentlich Bote mit Vornamen heißt.
Doch so nennt ihn keiner mehr. Sein Vater Lutumba war 1992 aus dem damaligen Zaire nach Deutschland gekommen – und wurde zum Fan der DFB-Auswahl. Als 1998 in Mainz die Zwillinge zur Welt kamen, waren die Spitznamen schnell gefunden. Bote hat sich „Ridle“ 2018 sogar in den Pass eintragen lassen. Bruder Makana, der ebenfalls schon für die U 21 gespielt hat, wird Rudi genannt – nach Rudi Völler.
Ridles nächste Aufgabe wartet bereits morgen: Im zweiten Gruppenspiel gegen die Niederlande (21 Uhr/Pro7) kann das DFB-Team mit einem Sieg vorzeitig das Viertelfinalticket lösen. sid