München – Ob der Wettbewerb jemals zu Ende gespielt wird, steht in den Sternen, das gibt der ausrichtende BFV offen zu. Corona macht den Totopokal zu einem Lotteriespiel (hilft aber selbst dem Sponsor nicht): Die unterklassigen Vereine pausieren seit Monaten ohne Perspektive, ebenso die Regionalligisten, die vier von acht Viertelfinalisten stellen sollen. Wann es weitergeht, ist ungewiss.
Fast schon Luxus ist es da, dass der TSV 1860 zumindest einen kurzfristigen Fahrplan vor Augen hat. Morgen steht das Duell mit dem Drittliga-Rivalen Ingolstadt auf dem Programm (14 Uhr, BR), der Sieger spielt am Dienstag gegen Türkgücü einen Platz im Viertelfinale aus (20.30 Uhr, Sport1). Danach ruht der Verbandspokal wieder – aus den genannten Gründen.
Gerne würden die Löwen ihren Titel aus dem Vorjahr (Finalerfolg im Elfmeterschießen über Würzburg) verteidigen, die Frage ist nur: zu welchem Preis? Nachdem 1860 nun doch wieder eine kleine Aufstiegsperspektive hat, wäre es verwunderlich, wenn Michael Köllner morgen mit voller Kapelle antreten und Ausfälle riskieren würde. Dass Köllner der Totopokal gerade nur semigut ins Konzept passt, beweist sein Statement vom Montagabend, geäußert nach dem Sieg gegen Dresden. „Für die meisten Mannschaften ist Länderspielpause“, sagte er: „Nur wir müssen am Samstag gegen Ingolstadt ran. Und wenn wir das gewinnen, dürfen wir am Dienstag gleich noch mal ran.“ Ehe es am Samstag beim KFC Uerdingen um die nächsten wichtigen Aufstiegspunkte geht.
Tendenz: Morgen läuft eine B-Elf auf, das wichtigere Duell mit Ingolstadt ist am 22. Mai vorgesehen, dem letzten Spieltag in der 3. Liga. Köllner: „Im Moment wird uns alles abgefordert.“ ULI KELLNER