Basketball: Müde Bayern stolpern in Gießen

von Redaktion

München – Sekunden vor Schluss hat Paul Zipser noch ein letztes Mal den Gießener Korb ins Visier genommen. Doch an diesem Abend konnten die Basketballer des FC Bayern die Dinge nicht mehr zum Guten wenden (was eher selten vorkam in dieser Saion). Der Ball prallte vom Ring zurück ins Feld. Am Ende stand ein 94:95 (46:43) beim Tabellenschlusslicht. Niederlage Nummer sechs in dieser Bundesliga-Spielzeit – verbunden mit der Erkenntnis, dass man sich als Tabellendritter im nationalen Titelkampf auf einen unbequemeren Weg durch die Playoffs wird einstellen müssen.

Nationalspieler Robin Amaize konnte sich entsprechend für seine starken 17 Punkte nur mäßig begeistern. „Abhaken und auf zum nächsten Spiel“, murrte er. Das steht schon heute an. Um 19 Uhr müssen die Bayern zuhause gegen Amaizes Ex-Club medi Bayreuth ran.

Indes: Von allen nationalen Pleiten dieser Saison war der Ausrutscher in Gießen wohl der erwartbarste. Zwei Tage nach dem Euroleague-Thriller gegen Zalgiris Kaunas (71:70) mit der Gefühlsexplosion des Playoff-Einzugs erreichten die Bayern nicht die Intensität für einen vermeintlichen Pflichterfolg. Dass Trainer Andrea Trinchieri seine Cracks Wade Baldwin, Vladimir Lucic, Nick Weiler-Babb und aus familiären Gründen auch sich selbst in der Heimat entließ, machte die Sache kaum leichter.

Der tiefen Zufriedenheit im Club tat die Niederlage keinen Abbruch. Präsident Herbert Hainer hatte in einem Interview mit der Club-Homepage vor allem für den Trainer und dessen „detaillierte, leidenschaftliche Arbeit“ großes Lob ausgesprochen. Und Hainer geht davon aus, dass der vorläufig auf eine Saison befristete gemeinsame Weg weitergeht: „Ich denke, es ist nicht nur bei uns der Wunsch vorhanden, dass wir uns demnächst zusammensetzen und über eine Zusammenarbeit über die Saison hinaus reden.“  rp

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