München – Jörg von Ameln, Sportwissenschaftler und Leiter Spielbetrieb bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in Neuss, hat den Terminplan für die Corona-Saison geschrieben. Ihm also ist es zu verdanken, dass der EHC München und die Eisbären Berlin rund um Ostern schon mal die Playoffs simulieren dürfen.
Es ist fast nicht mehr abzuwenden: Die Berliner werden die Nord-Gruppe als Erster abschließen, die Münchner werden im Süden Zweiter. Und sollte es für den EHC nur zu Platz drei reichen, würde das nichts daran ändern, dass er im Viertelfinale auf den ERC Ingolstadt trifft. Setzt er sich durch (und ebenso Berlin gegen den Nord-Vierten), wäre das das Halbfinale: Eisbären Berlin – EHC München. Im Modus Best of Three statt des vertrauten Best of Seven – mehr bringt die Liga, die erst im Dezember startete, nicht unter. Best of Three heißt: Mit zwei Siegen ist man weiter, mit zwei Niederlagen draußen. Ab dem zweiten Spiel, sonst noch die erweiterte Abtastphase, lautet das Motto „Do or die“. Das gilt nun für die Eisbären.
31. Spieltag: München – Berlin. Am Ostersonntag gewann der EHC 4:1 (1:1, 2:0, 1:0). Auf eine Playoff-Situation übertragen: 1:0-Führung für München.
32. Spieltag: Das Rückspiel, Berlin – München, heute um 18.30 Uhr. Es geht darum, sich für den Ernstfall Ende April in Position zu bringen. Dem anderen zu zeigen: Wenn’s drauf ankommt, dann . . .
4:1 für den EHC im ersten Spiel, weil er eine geniale Minute zu Beginn des zweiten Drittels hatte: 2:1 durch Frank Mauer (21.), 3:1 durch Yasin Ehliz (22.) – Tore aus zwei rasend schnellen Kontern nach Berliner Scheibenverlusten vor dem Münchner Kasten. „Da haben wir geschlafen“, sagte Eisbären-Trainer Serge Aubin. „Wir sind die meiste Zeit einem Rückstand hinterhergelaufen“, meinte Berlins Verteidiger Simon Deprés, „und Münchens Torwart hatte einige große Paraden“. Danny Aus den Birken (36), der so Belobigte, zwinkerte am Ende in die Kamera: „Wir können es auch gegen die Großen.“ Daran hatte man nach vier Münchner Niederlagen gegen Mannheim und drei gegen Ingolstadt ja schon zweifeln müssen. Aus den Birken, lange verletzt gewesen, ist optimistisch: „Ich fühle mich ganz wohl. Wir können dieses Jahr Großes erreichen.“
Auf die Pleiten in Düsseldorf und Iserlohn zum Auftakt der Nord-Süd-Gemeinschaftsrunde hat der EHC mit fünf Siegen geantwortet. Trainer Don Jackson gefiel beim 4:1 gegen Berlin, dass sich Tore (die weiteren erzielten Kastner zum 1:1 und Daubner zum 4:1) und Assists (Yannic Seidenberg mit dem 500. seiner Karriere) breit verteilten. Derzeit hat der EHC wieder Verletzungspech. Patrick Hager wird noch eine Woche fehlen, bei Mark Voakes ist die Ausfallzeit „unbestimmt. Er muss noch durch ein Protokoll gehen“, so Jackson. Ein Rückkehr-Protokoll gibt es bei Gehirnerschütterungen, es wäre nicht Voakes’ erste.
Don Jackson muss improvisieren. Playoff-Simulation, heute Teil zwei.