SCOREetzka liefert

von Redaktion

Goretzka sorgt für Siegtor in Leipzig – seinen Vertrag bei Bayern wird er wohl verlängern

VON JONAS AUSTERMANN

Leipzig – Thomas Müller hat einen Riecher. Nicht nur für die torgefährlichen Räume, sondern auch für Spitznamen. Er taufte Torjäger Robert Lewandowski einst in Robert LewanGOALski um – jetzt hat der 31-Jährige mal wieder zugeschlagen. Als in der vergangenen Woche klar war, dass Lewandowski vorerst verletzt ausfällt, kündigte Müller an, dass der FC Bayern auch noch einen Mann namens Leon SCOREtzka im Angebot habe. Als Scorer werden im Sport Spieler bezeichnet, die selbst einen Treffer erzielen oder ihn vorbereiten. Gemeint war in diesem Fall Leon Goretzka.

Und Müller bewies ein echtes Näschen. Im Spitzenspiel in Leipzig schoss Goretzka das einzige Tor. Vorgelegt natürlich von Müller, der später in den sozialen Medien über seine Prophezeiung jubelte und gestand, „ein Freund des flachen Witzes“ zu sein. Goretzka nahm seinen neuen Nachnamen mit einem Lächeln hin: „Ich glaube, Thomas hat in der Länderspielpause ein bisschen Langeweile gehabt. Dann ist dieser Name zustande gekommen.“

Aus der Luft gegriffen ist die Bezeichnung keinesfalls. Das goldene Tor in Leipzig war bereits Goretzkas fünftes in 21 Ligaspielen, hinzu kommen sieben Vorlagen. Beim Liga-Gipfel sah sich der Muskelprotz in der Bringschuld. „Ich musste heute liefern, damit Thomas wie immer recht hat“, sagte Goretzka.

Sinnbildlicher hätte die Vorentscheidung im Meisterkampf kaum fallen können. Joshua Kimmich hatte einen traumhaften hohen Ball in den Strafraum geschickt, Müller ihn erlaufen und Gegenspieler Tyler Adams vernascht. Die maßgenaue Ablage drosch Goretzka oben rechts in die Maschen. Und das Münchner Mittelfeld-Trio – Kimmich, Goretzka, Müller – machte gegen Leipzig auch abseits des Treffers mal wieder den Unterschied aus.

Da ist es nur logisch, dass Woche für Woche die Frage aufkommt, ob das Bayern-Gespann bei der Europameisterschaft im Sommer nicht auch zwingend gemeinsam wirbeln muss. „Das kann jeder für sich entscheiden“, meinte Goretzka diplomatisch. Deutlicher wurde der gebürtige Bochumer, als es um die jüngste DFB-Blamage gegen Nordmazedonien (1:2) ging. Goretzka nahm Joachim Löw in Schutz, er erklärte: „An der Niederlage sind wir Spieler schuld und kein anderer.“ Die Diskussion um den Bundestrainer dürfe „absolut nicht“ geführt werden. Goretzka: „Wir haben in den ersten beiden Spielen einen Hauch von Euphorie gespürt im Land. Wir haben uns selber eingebrockt, dass das jetzt wieder vorbei ist.“

Abseits des des DFB-Teams bleibt die Frage nach Goretzkas Zukunft im Club-Fußball. Der Vertrag beim FC Bayern läuft im Sommer 2022 aus, es dürfte aber zu einer Einigung zwischen Verein und Spieler kommen. „Bayern hat mir in den letzten Jahren geholfen, noch einen Schritt weiterzugehen“, erklärte Goretzka im ZDF. „Dementsprechend geht die Tendenz natürlich zu Bayern.“

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