Zur rechten Zeit im Endspiel-Modus

von Redaktion

Bayern zeigen beim 1:0 in Leipzig, dass sie voll da sind, wenn es wichtig ist

VON JONAS AUSTERMANN

Leipzig – Der FC Bayern hat für das Saison-Finale in den Endspiel-Modus geschaltet. Nach dem wegweisenden 1:0 in Leipzig stehen für die Münchner in den kommenden acht Wochen im Optimalfall noch zwölf Partien an. Und die Marschroute ist klar: Zwei Titel – in Bundesliga und Champions League – sollen her.

„Die Mannschaft weiß, dass sie noch bis ans Ende der Runde gefordert ist“, sagte Hansi Flick nach dem Sieg im Bundesliga-Gipfeltreffen. „Wir wollen möglichst jedes Spiel gewinnen – das ist unser Anspruch, und so werden wir die Partien auch angehen.“ Vor dem Kräftemessen in Sachsen hatte es nicht sonderlich rosig ausgesehen: Robert Lewandowski verletzt, Jerome Boateng und Alphonso Davies gesperrt, dazu jede Menge Nationalspieler mit etlichen Einsatzminuten in den Beinen. Und doch gingen die Münchner beim Tabellenzweiten in Leipzig einen großen Schritt in Richtung der neunten Meisterschaft in Serie. Bei noch sieben ausstehenden Bundesliga-Spieltagen distanzierte der FC Bayern die roten Bullen auf sieben Zähler.

„Wir haben gesagt: Es ist ein Endspiel, ein Finale. Und wir haben in den letzten neun Monaten wirklich immer bewiesen, dass wir Finals gut können“, erklärte Flick. Dass die Bayern auf den Punkt voll da sind, ist kein neues Phänomen. Die Abgeklärtheit in derlei Partien ein Stück weit schon. Im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain (1:0), im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund (3:2), im UEFA-Supercup gegen den FC Sevilla (2:1) und im Finale der Club-WM gegen Tigres (1:0) reichte den Münchnern jeweils ein Treffer Unterschied zum Erfolg. Nimmt man die jeweils vorentscheidenden Bundesligaspiele gegen den BVB im Mai 2020 (1:0) und den jüngsten Sieg gegen Leipzig hinzu, wird die Bayern-Qualität noch deutlicher. Bei aller Offensiv-Lust weiß die Flick-Elf nur zu gut, wann es einzig und allein ums Ergebnis geht.

Leon Goretzka brachte diese Fähigkeit wie folgt auf den Punkt: „Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir auch in der eigenen Hälfte sehr gut verteidigen können. Dazu musst du die passende Mentalität haben. Das ist entscheidend, um den Vorsprung über die Zeit zu retten.“ Pünktlich zum Endspurt hat Flick es hinbekommen, dass sein Team wieder mehr an die eigene Defensive denkt. In den letzten vier Partien gab’s nur zwei Gegentreffer. Zuletzt stand zwei Mal in Folge die Null.

Und die Bayern stehen nicht im Verdacht, in der entscheidenden Saisonphase einen Spannungsabfall zu erleiden. Von einer Entscheidung im Titelrennen wollte deshalb am Samstagabend auch noch keiner sprechen. Manuel Neuer war da verbal noch am offensivsten unterwegs, als er sagte: „Es war ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft und wir wollen uns das nicht mehr nehmen lassen.“ Seinem Keeper und den anderen zuletzt so viel geforderten Nationalspielern gab Flick Sonntag und Montag frei. „Die nächsten Wochen werden für alle sehr tough. Wir sind fast alle drei Tage unterwegs, deswegen ist es wichtig, mal durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen“, erklärte er. Erst heute um 11 Uhr müssen die Nationalspieler wieder zum Abschlusstraining vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen PSG (Mittwoch, 21 Uhr, Sky) an der Säbener Straße erscheinen. Die Franzosen übrigens kennen die Endspiel-Form der Bayern nur zu gut.

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