Stuttgart – Teenager Ansgar Knauff nahm die zahlreichen Glückwünsche seiner erleichterten Kollegen unaufgeregt wie ein Routinier entgegen. Erst die innige Umarmung seines glücklichen Trainers Edin Terzic zauberte dem Youngster ein schüchternes Lächeln ins Gesicht.
Dabei hatte der 19-Jährige allen Grund zur Freude: Mit seinem Premierentreffer in der Bundesliga gleich beim ersten Torschuss hatte Knauff Borussia Dortmund nicht nur die kleine Restchance auf die Champions-League-Ränge bewahrt. Sein Siegtor zum 3:2 (0:1) beim VfB Stuttgart gab dem BVB auch Selbstvertrauen für das schwere Viertelfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen Manchester City.
„Das ist einfach ein geiles Gefühl“, sagte Knauff und blickte mit seligem Blick auf „eine unglaubliche Woche“ zurück. Erst das Startelfdebüt gegen City im Hinspiel (1:2), dann das spielentscheidende Jokertor in einer wilden Achterbahnfahrt am Stuttgarter Wasen (80.). Und am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) gegen Manchester? „Ich hoffe einfach, dass es so weitergeht“, sagte Knauff und grinste verschmitzt.
Darauf baut mit ihm ein ganzer Verein. Um das kleine Wunder gegen den englischen TopCKlub möglich zu machen, „müssen wir die Leistung von Manchester noch toppen“, prophezeite BVB-Trainer Terzic. Dass er bei Kapitän Marco Reus, der nach seiner Auswechslung (67.) vom Platz humpelte, und Abwehrchef Mats Hummels (Kreislaufprobleme) für Mittwoch Entwarnung geben konnte, stützte trotz der anhaltenden defensiven Schwächen die Dortmunder Zuversicht.
„Ich bin reingekommen und wollte unbedingt das Spiel gewinnen. Ich freue mich einfach, dass es geklappt hat“, sagte Knauff, der schon als fünfter BVB-Teenager in dieser Saison traf. „Borussia Dortmund ist dafür bekannt, dass 19-Jährige die Siegtore schießen können“, sagte Terzic und lachte.
Einen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hat auch Jürgen Klopp. Der einstige BVB-Coach lud den damaligen Göttinger Knauff nach der Ehrung als bester Spieler beim Dortmunder Jugendturnier „Family Cup“ 2014 zum U13-Probetraining ein. Über Hannover kam Knauff dann 2016 zur Borussia. Im Eins-gegen-eins könne der pfeilschnelle Außen „an allen vorbeifliegen“, schwärmt auch Terzic. Bei der Umarmung nach Abpfiff habe er Knauff gesagt, er solle das Lob „genießen. Wenn’s mal nicht so läuft, sind wir da für ihn.“sid