Don Jackson, der „alte Hase“, von dem man lernen kann

von Redaktion

Trainer brachte den EHC München wieder auf Kurs – Noch einmal „Back to back“ im Norden der DEL

München – So etwas nennt man Eishockey-Optimismus: Schon in der 54. Minute nahm am Freitagabend Thomas Popiesch, Trainer der Fischtown Pinguins Bremerhaven, seinen Torwart Brandon Maxwell vom Eis, um mit einem zusätzlichen Feldspieler dem EHC München einzuheizen. Dabei stand es aus Sicht der Norddeutschen 2:5. Und wie es dann eben so passiert: Sie fingen sich noch einen Schuss ins verlassene Tor ein – Endstand: 2:6.

„Ich dachte halt, dass wir, weil wir Überzahl hatten, auf zwei Tore verkürzen können“, so Popiesch zu seinem mutigen Akt. Die frühe Herausnahme des Torhüters gilt als Spezialität von Don Jackson, der vor seiner 2014 begonnenen Zeit in München der Deutschen Eishockey Liga historische Momente bescherte und mit Düsseldorf und den Eisbären Berlin große Aufholjagden einleitete. „Wenn wir über Dons Urheberrechte reden“, schmunzelte Popiesch, „dann müssen wir schon zu Beginn des letzten Drittels gehen“. So wild trieb er es nicht, doch befand: „Man muss von den alten Hasen lernen.“

Besagter alter Hase – Jackson – hat den EHC München wieder auf Kurs gebracht. Nach zwei Niederlagen im Westen folgten „internal conversations“, wie Stürmer Derek Roy es beschreibt, Jackson zählte sein Team – ungewöhnlich für ihn – auch öffentlich an. Das wirkte: Der EHC hat sich auf das Konterspiel seiner Gegner eingestellt, das 6:2 gegen Bremerhaven war der achte Sieg in Folge – kein Team in der DEL ist derzeit so heiß wie München, das nur noch einen Sieg entfernt ist von der Qualifikation für die Champions Hocke League (die diese Saison abgesagt worden war).

Vier Spiele sind noch übrig, bevor es in die verkürzten Playoffs geht. Noch einmal ist der EHC auf Nord-Reise. Heute (20.30 Uhr) und morgen (ebenfalls 20.30 Uhr) spielt er in Bremerhaven und Wolfsburg „back to back“. Mit nach wie vor reduziertem Kader. Zu Patrick Hager und Mark Voakes sind noch Andrew Ebbett (Jackson: „Mittelkörperverletzung“) und Philip Gogulla („Er wird zwei, drei Spiele fehlen“) hinzugekommen.

Dafür ist die Abwehr mehr als vollzählig. Keith Aulie gab nach wochenlangem Sonderurlaub (Trauerfall in der Familie) gegen Bremerhaven sein Comeback. Jackson lobt: „Ein Elite-Verteidiger. Jeder ist glücklich, dass er zurück ist.“ GÜNTER KLEIN

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