Frankfurt – Sportlicher Erfolg schütz nicht immer vor unfreiwilligem Personalwechsel: In Frankfurt hat man gerade erst den Schock verdaut, dass Sportvorstand Fredi Bobic den Verein am Ende der Saison unbedingt verlassen will. Hinter den Kulissen werden die Modalitäten für den Wechsel des 49-Jährigen zu Hertha BSC verhandelt – eine Einigung steht dem Vernehmen nach kurz bevor.
Zuvor verkündete bereits mit Sportdirektor Bruno Hübner ein zweiter Macher aus dem Hintergrund seinen Abschied vom Tabellenvierten. Doch anscheinend muss sich der Champions-League-Anwärter auf einen weiteren Abgang einstellen – und dieser würde die Eintracht mitten ins Herz treffen.
Wie unsere Zeitung aus dem Umfeld des Clubs erfuhr, will Trainer Adi Hütter den Verein nach dieser Spielzeit verlassen und den Liga-Konkurrenten aus Mönchengladbach übernehmen. Seinem potenziell neuen Arbeitgeber habe er diesen Wunsch bereits mitgeteilt.
Für die Hessen könnte damit nach einer der erfolgreichsten Spielzeiten der letzten Jahre, eine der schwierigsten Aufgaben zum Sommer bevorstehen – nämlich den Verein in der sportlich-strategischen Führung komplett neu aufzustellen.
Hütter selbst verweigert seit kurzem ein klares Bekenntnis zu seiner Zukunft bei der Frankfurter Eintracht. Der Österreicher betont allerdings immer wieder, dass er seinen Ex-Club, die Young Boys Bern, zur Meisterschaft geführt habe, den Verein dann verlassen habe, dieser jedoch keineswegs auseinander gefallen sei. Sondern seitdem das Geschehen in der Schweiz dominiert, aktuell mit 20 Punkten Vorsprung – auch ohne ihn. Zumal Hütter bei noch keinem Arbeitgeber länger als drei Jahre gewirkt hat. In Frankfurt macht er die drei Jahre in diesem Sommer voll.
Sportlich ist der Trainer auf dem Weg, seine Amtszeit bei der SGE zu krönen. Nach dem spektakulären 4:3-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg liegt sein Team weiter mit sieben Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund klar auf Champions-League-Kurs. Und zu den Wolfsburgern auf Platz drei hat er nur noch einen Punkt Rückstand. Bei noch sechs ausstehenden Spieltagen scheinen Hüter und Co. dieses Mal die Königsklasse zu erreichen, nachdem man daran in den letzten Jahren am Ende immer wieder knapp gescheitert ist.
Auch für den Erfolgstrainer aus Österreich etwas Besonderes: „Die Champions League für Eintracht wäre wie eine Meisterschaft“, sagte der 51-Jährige vor knapp zwei Wochen. Anscheinend ein guter Moment, um sich auf dem Höhepunkt eine neue Herausforderung zu suchen. DANIEL MÜKSCH