HSV taumelt wieder durch das Saisonfinale

von Redaktion

Hamburger verlieren zu Hause gegen Darmstadt – Auch Aufstiegskonkurrent Bochum patzt

Hamburg – Daniel Thioune wirkte angefressen wie selten in seiner bislang so steilen Trainerkarriere. Mit einer Mischung aus Frust, Ratlosigkeit und reichlich unkonkreten Durchhalteparolen verabschiedete sich der Chefcoach mit seinem Hamburger SV in den gefühlten harten Lockdown der 2. Bundesliga. Die bittere 1:2 (0:0)-Heimpleite gegen den SV Darmstadt 98 können die zunehmend Unaufsteigbaren aufgrund der misslichen Corona-Lage in der Liga so bald nicht korrigieren.

„Es ist unglücklich, dass wir in den nächsten Wochen nicht spielen. Wir würden das Spiel von heute gerne schnell vergessen machen“, sagte der 46-Jährige nach dem zweiten Komplett-Aussetzer binnen sechs Tagen. Erst das 3:3 nach 3:0-Führung in Hannover, nun die Niederlage gegen bis dahin abstiegsbedrohte Darmstädter – auch im dritten Zweitliga-Jahr taumelt der HSV durch das Saisonfinale.

Erich Berko (51.) und Serdar Dursun mit seinem 17. Saisontor (60.) sorgten für den vierten Sieg der Darmstädter in den vergangenen fünf Auswärtsspielen beim HSV. Jeremy Dudziak gelang nur der Anschlusstreffer (77.).

„Es geht jetzt darum, dass wir weiter arbeiten, fleißig sind und beharrlich bleiben“, sagte Thioune, nachdem sein phasenweise überlegenes Team in einem „Wildwestspiel“ (Torjäger Simon Terodde) die Linie verloren hatte. Der hochveranlagte Coach, der im Sommer mit großen Erwartungen aus Osnabrück zum Ex-Dino gekommen war und diesen zunächst auch wiederbelebt zu haben schien, steckt in einer kritischen Phase.

Ebenfalls einen Patzer im Aufstiegsrennen leistete sich der VfL Bochum. Das Team von Trainer Thomas Reis verlor beim SC Paderborn 0:3 (0:2). „Heute hatten wir einfach nicht das nötige Matchglück“, sagte VfL-Keeper Manuel Riemann. Er bezeichnete die Niederlage als die „unnötigste, die ich seit langem gesehen habe“. Nach Pleiten habe der VfL in dieser Saison stets gewonnen, betonte er kämpferisch. Der Revierclub bleibt Spitzenreiter der 2. Liga, Paderborn verbesserte sich auf Rang neun.  sid

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