FUSSBALL IN KÜRZE

Kritik an Fans vor den Stadiontoren Jobst erzählt: So wird er bedroht „Gerd Müller des Ostens“ feiert 70.

von Redaktion

Frankfurts Stadtrat und Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) hat die Eintracht-Fans für deren Versammlung rund um das Topspiel gegen Wolfsburg (4:3) kritisiert. „So schön es ist, dass die Eintracht so treue Fans hat, in Zeiten der Pandemie aber unverantwortlich. Ich setze mich dafür ein, dass wir wieder Zuschauer für Sportveranstaltungen bekommen, da sind solche Szenen jedoch kontraproduktiv“, sagte Frank der „Bild“. „Solche Bilder überzeugen das Gesundheitsamt nicht, die  Stadien wieder aufzumachen“, fügte der Politiker an. Am Samstag waren rund 75 Eintracht-Fans vor den verriegelten Stadiontoren zu sehen, ab Anpfiff sangen sie gemeinsam Eintracht-Lieder. „Es ist irgendwo sehr erfreulich, ich hoffe, dass sie alle mit Maske unterwegs waren – auch wenn sie uns unterstützt haben“, hatte Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter kommentiert.

Vorstandsmitglied Alexander Jobst hat nach seinem angekündigten Rückzug wegen Anfeindungen einen Appell an die Fans des FC Schalke 04 gerichtet. „Ich würde mir wünschen, dass jeder einmal ein paar Sekunden innehält, bevor er etwas postet, und sich fragt: Was mache ich hier eigentlich?“, sagte der 47-Jährige der „Bild am Sonntag“. „Natürlich ist Schalke ein besonderer und emotionaler Club. Aber am Ende ist es doch trotzdem nur Fußball. Es darf doch nicht normal werden, wenn dem Vorstand eines Fußballvereins Personenschutz angeboten wird.“ Jobst legt nach zehn Jahren als Teil des Vorstands e am 30. Juni sein Amt nieder. Er berichtete nun darüber, dass es Aufforderungen gegeben habe, „mich im wörtlichen Sinne mit Benzin zu übergießen und zu verbrennen. Glauben Sie mir: So etwas macht etwas mit Ihnen“, sagte Jobst. Beim Revierderby gegen Borussia Dortmund sei ihm aus Polizeikreisen gesagt worden, dass er sich in eine Stadionloge „verziehen“ und das Licht ausschalten solle. Behörden hätten ihm geraten, die Geschäftsstelle nur noch bei Tageslicht zu verlassen.

Die Wende hat Joachim Streich glatt verpennt. Als die Mauer 1989 fiel, hospitierte der Rekordtorschütze der DDR bei Huub Stevens in Eindhoven. „Auf dem Hotel hatte ich keinen Fernseher, und die Bilder der jubelnden Menschen an der Mauer sah ich erst am nächsten Morgen“, sagte er einmal. Dem damals jungen Trainer kam das gerade recht. „55 Tore, 102 Spiele. Das ist das Gute an der Wende: Meine Rekorde können nicht mehr eingestellt werden“, sagte Streich über seine ewigen DDR-Bestmarken lachend. Am Dienstag wird der „Gerd Müller des Ostens“ 70 Jahre alt. Streich fliegt oft etwas unter dem Radar, wenn es um die besten Fußballer der deutschen Geschichte geht. Dabei schossen nur Miroslav Klose und Gerd Müller mehr Tore. „In der Bundesliga hätte ich gerne mal gespielt.“ Dafür kam sein Karriereende als Aktiver 1985 zu früh.

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