Münchner Muskelspiele

von Redaktion

Dank der individuellen Klasse: Bayern-Basketballer besiegen Bonn 89:71

München/Bonn – Es war eine gelungene Generalprobe für das Pokalturnier am kommenden Wochenende. Gestern besiegten die Basketballer des FC Bayern die Telekom Baskets Bonn mit 89:71.

Schon vor dem Anwurf gab es die ersten strahlenden Gesichter. Nick-Weiler Babb, der nach einer Fußverletzung sein Comeback gab, musste grinsen, als er seinen Gegenspieler beim ersten Angriff sah – Chris Babb. Es war das das erste direkte Duell der beiden Brüder auf professioneller Ebene.

Und auch Bayerns Coach Andrea Trinchieri tigerte nach seiner Sperre wieder an der Seitenlinie entlang. Der Vulkan aus Mailand war vom BBL-Spielleiter wegen „respektlosen Verhaltens“ am 27. März gegenüber Hamburgs Trainer Pedro Calles mit einem Spiel Sperre und einer Geldbuße von 2000 Euro belegt worden. Daher fehlte Trinchieri bei der 83:85-Niederlage gegen Braunschweig am vergangenen Sonntag. Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic sagte anschließend, man werde „nicht zulassen, dass die Bundesliga irgendeine Person versucht, zu erziehen.“ Am Montag legten die Münchner Berufung gegen die Entscheidung ein.

Gestern hatte Trinchieri zunächst wenig Grund zur Aufregung. Sein Team ließ bereits im ersten Viertel die Muskeln spielen, traf überragende 75 Prozent aus dem Feld und erzielte 33 Punkte. Die perfektionistische Ader Trinchieris konnte man wunderbar Anfang des zweiten Viertels erkennen. Bonn erzielte vier Punkte in Folge, der Vorsprung der Bayern war immer noch groß. Trotzdem nahm der italienische Coach sofort eine Auszeit, um seine Mannen aufgrund der defensiven Fahrlässigkeiten zurechtzuweisen.

Eigentlich reisen die Münchner ja ohnehin nicht gerne nach Bonn. Vor der gestrigen Partie gewann man von acht Spielen im Telekom Dome nur derer drei. Doch bei diesen Duellen tobte auch stets der in der Liga berüchtigte „Block Süd“, die Fankurve der Bonner. Aber auch ohne Unterstützung von außen kämpften sich die Hausherren gestern wieder ran, verkürzten den Abstand auf sechs Punkte. Und da war er wieder, der tobende Trinchieri.

Zur Explosion des Vulkans kam es aber nicht. Die individuelle Klasse der Bayern um Center Jalen Reynolds (24 Punkte, neun Rebounds) und Spielmacher Wade Baldwin (22) besiegte die Rheinländer.

Kleiner Trost für Bonn: das Duell der Babb-Brüder entschied Chris mit 15:0 Punkten klar für sich.  nms

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