Die Verbindung der Bayern zu Red Bull

von Redaktion

Nagelsmann bringt Leipziger mit, aber keine weiteren Spieler – Mintzlaffs Ansage

München – Wie jeden Dienstag schaute Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß auch gestern an der Säbener Straße vorbei. Auf dem Weg zum Parkplatz ließ er den TV-Sender Sky noch wissen, dass er Julian Nagelsmann als neuen Trainer für eine „sehr gute Wahl“ halte.

Kein Wunder, immerhin haben die Münchner in der Vergangenheit fast immer gute Erfahrungen mit Verstärkungen aus dem Red-Bull-Imperium gemacht. Nagelsmann ist nicht der erste Protagonist mit Bullen-Vergangenheit, den es zum deutschen Rekordmeister verschlägt.

In der laufenden Saison haben die Münchner bereits zweimal in Leipzig zugeschlagen: Neben Nagelsmann als künftiger Bayern-Cheftrainer wird auch Dayot Upamecano (22) die Bayern in der Abwehr verstärken. Und wen noch? „Das darf ich nicht sagen, weil Oli neben mir sitzt“, sagte er gestern auf der Pressekonferenz in Anspielung auf RB-Sportchef Mintzlaff und lachte: „Nein, natürlich nicht. Ich werde mir nicht einen Bus mieten und Spieler einpacken.“ Nagelsmann nimmt aus Leipzig zusätzlich noch seinen Video-Analyse-Co-Trainer Benjamin Glück und Teammanager Timmo Hardung mit nach München.

Mit Nachwuchschef Jochen Sauer ist ein weiter Mann mit RB-Vergangenheit schon in verantwortungsvoller Position beim FC Bayern. Der studierte Jurist war bei Red Bull Salzburg fünf Jahre lang Geschäftsführer. In seiner Zeit gewannen die Salzburger unter anderem das österreichische Double. Sauer genießt in der Fußball-Branche einen ausgezeichneten Ruf. Zu Salzburger Zeiten war er auch – hier schließt sich der Kreis – in die damalige Verpflichtung von Upamecano involviert.

Ideale Voraussetzungen also, um endlich wieder mehr eigene Stars zu produzieren. Denn Nagelsmann ist sich bewusst, dass von ihm als Cheftrainer ein gewisse Förderung der Campus-Kicker erwartet wird. „Der Anspruch ist, den recht neuen Campus zu integrieren. Dass man Talente weiterentwickelt war lange Zeit ein sehr guter Weg in München. Das wird sicherlich eine Aufgabe sein“, sagte er gestern.

Und dann gibt es ja noch Verbindungen auf allerhöchster Ebene: Red Bull errichtet derzeit auf dem Münchner Olympiagelände eine Multifunktionsarena, die die neue Heimstätte des Eishockeyclubs EHC München sein wird, bei dem Red Bull 2012 einstieg und ihn 2013 komplett übernahm. Die Realisierung des Projekts wurde dadurch erleichtert, dass der FC Bayern einen langfristigen Mietvertrag unterschrieb und etliche (nicht alle) Spiele dort austragen wird. Vor allem Uli Hoeneß forcierte das Modell. Bauherr ist die Red Bull München Stadion GmbH, jedoch findet der Name des Geldgebers und Initiators keinen Niederschlag im Stadionnamen. Aus Bayern-Fankreisen gab es Widerstand gegen eine Zurschaustellung der Geschäftspartnerschaft mit dem Getränkekonzern, daher wurden die Namensrechte über den FC Bayern verkauft. SAP sicherte sie sich, die Arena, die in etwa eineinhalb Jahren eröffnet werden soll, wird SAP Garden heißen.

Auf dem Feld Fußball steht man freilich in Konkurrenz zueinander. Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff gibt sich recht bissig: „Wir werden die Lücke schließen, Julian wird uns spüren. Wir sind davon überzeugt, dass wir wieder Kompetenz zu uns holen und Julians Weggang kompensieren werden. Wir stecken den Kopf jetzt nicht in den Sand, nächstes Jahr heißt es: Angriff auf Julian Nagelsmann und den FC Bayern.“  bok/gük

Artikel 1 von 11