Der Fahrplan für den bayerischen Amateurfußball

von Redaktion

BFV lässt über zwei Modelle zur Regulierung der abgebrochenen Saison abstimmen – Enttäuschung über ausbleibende Lockerungen

VON NICO-MARIUS SCHMITZ

München – Die Arbeitsgruppe des Bayerischen Fußball Verbands (BFV) hat seine Ergebnisse präsentiert. In sechs „langen und intensiven“ Sitzungen wurden unter Vorsitz von Vizepräsident Robert Schraudner zwei Modelle entwickelt, die die Abwicklung der abgebrochenen Saison 2019/21 regulieren sollen. Unsere Zeitung gibt einen Überblick zur aktuellen Situation im bayerischen Amateurfußball.

Welche Modelle stehen zur Wahl?

Die aktuelle Regelung in Paragraf 93 der Spielordnung sieht vor, dass das Tabellenbild durch eine Quotientenregelung bestimmt wird, da die Vereine teilweise unterschiedliche viele Spiele absolviert haben. Nach Anwendung der Quotientenregelung stehen die Auf- und Absteiger fest, Relegationsspiele würden keine stattfinden.

Es gibt jedoch auch ein alternatives Modell, da der Verband „nicht auf dem 93er beharren“ wolle, sagt Schraudner. Beim Modell „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ wird ebenfalls die Quotientenregelung angewendet.

Wie wird entschieden, welches Modell verwendet wird?

Der BFV veranstaltet am 14. und 15. Mai Online-Seminare, um den Vereinen die Modelle und mögliche Konsequenzen zu erklären. Anschließend können alle Vereine, die am Erwachsenenspielbetrieb teilnehmen, vom 14. bis 18. Mai an einer Abstimmung teilnehmen. Eine einfache Mehrheit genügt hierbei. Schraudner stellt jedoch klar: „Es wird keine Lösung geben, die allen gerecht wird.“

Welche Folgen hätte das Modell „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“?

Sollten die Vereine mehrheitlich für die alternative Lösung votieren, müsste der Vorstand einen außerordentlichen Verbandstag einberufen, da die aktuell gültige Regelung geändert würde. Der außerordentliche Verbandstag steht über dem Vorstand und „hat das letzte Wort“, wie Jürgen Igelspacher, Geschäftsführer und Justiziar des BFV, erklärt.

Warum sollten auch Vereine abstimmen, die sich weder auf einem Aufstiegs- noch auf einem Abstiegsplatz befinden?

Das Modell ohne Absteiger impliziert „aufgeblähte und überfüllte“ Ligen. In den Folgesaisons müsste also mit einem verschärften Abstieg gerechnet werden, da der BFV spätestens zur Saison 23/24 wieder zur normalen Ligengröße zurückkehren möchte.

Ist die Abstimmung der Vereine verbindlich?

Klare Antwort: „Wir wären töricht und unglaubwürdig, wenn wir eine Anfrage anstoßen und das Ergebnis dann nicht akzeptieren“, sagte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher.

Wann können die bayerischen Amateurkicker auf den Fußballplatz zurückkehren?

Ab dem 10. Mai ist das Mannschaftstraining in Landkreisen und Städten mit „einer stabilen 7-Tages-Inzidenz unter 100“ wieder mit Körperkontakt und ohne Gruppenbeschränkung möglich. Alle Personen müssen jedoch „zweifach geimpft bzw. genesen“ sein oder einen tagesaktuellen negativen Test vorweisen können. „Wir hätten uns mehr erhofft. Die aktuelle Situation trifft die Vereine sehr hart“, sagt Schraudner. Der BFV will zeitnah eine Initiative starten, um den Wunsch nach weiteren Lockerungen für den Amateurfußball zu untermauern.

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