Nervös wie vor zwei Jahren

von Redaktion

Die Eintracht verspielt ihre blendende Ausgangsposition

Frankfurt – Eintracht Frankfurt droht ein später K.o. im spannenden Dreikampf um die Königsklasse. Durch das 1:1 (0:1) im Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 verspielte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter endgültig die gute Ausgangsposition im Rennen um die erstmalige Qualifikation für die Champions League und rutschte erstmals seit Ende Januar wieder aus den Top 4 der Bundesliga. Womöglich muss sie sich mit der Europa League begnügen. Ajdin Hrustic (85.) rettete mit einem kuriosen Tor im Sitzen zwar das Remis, an den verbleibenden beiden Spieltagen müssen Hütter und Co. aber auf Schützenhilfe hoffen. Karim Onisiwo (11.) bescherte dem Team von Trainer Bo Svensson dagegen einen wichtigen Zähler auf dem Weg zum Klassenerhalt.

„Wir haben nicht gut gespielt. Es hat die Kreativität gefehlt“, sagte Frankfurts Defensivspieler Makoto Hasebe bei Sky: „Wir liegen jetzt einen Punkt zurück. Wir müssen bis zum Ende alles geben.“

In Frankfurt war die Angst vor einem erneuten Einbruch in der entscheidenden Phase der Saison zuletzt gestiegen – vor allem aufgrund der Schwächephase nach der Abschiedsankündigung von Hütter. Vor zwei Jahren hatte die Eintracht aus einer ähnlichen Position die Königsklasse im Endspurt verspielt.

Entsprechend nervös startete sie auch ins 100. Bundesligaspiel von Hütter – und wurde nach zögerlichem Beginn eiskalt von den selbstbewussten Mainzern bestraft. Onisiwo setzte aus rund 20 Metern völlig unbedrängt einen Flachschuss ins Eck.

Die Eintracht wirkte geschockt, agierte ideenlos und scheiterte immer wieder an den bissigen Gästen, die tief in der eigenen Hälfte auf Konter lauerten. Hütter versuchte, seine Elf vom Spielfeldrand aus zu unterstützen, die Verunsicherung legte sich aber keineswegs.

Bis auf einen wuchtigen Abschluss von Filip Kostic (20.), den der starke 05-Keeper Robin Zentner parierte, und einen Sololauf von Andre Silva (37.), den Jeremiah St. Juste in höchster Not stoppte, brachten die Hessen nichts zustande. Erst nach einer Stunde reagierte Hütter auf den uninspirierten Auftritt seiner Elf und brachte in Amin Younes, Stefan Ilsanker und Timothy Chandler frische Kräfte. Die Leichtigkeit der vergangenen Wochen fehlte den Frankfurtern auch in der Schlussphase – trotz des Ausgleichs.  sid

Artikel 1 von 11