Nur noch eins

von Redaktion

Robert Lewandowski ist nun kurz davor, den Gerd-Müller-Torrekord zu knacken

München – Robert Lewandowski wird doch nicht? Doch, er wird! Monatelang war es mehr eine Vermutung, dass der Mittelstürmer des FC Bayern die 40-Tore-Marke heuer knacken könnte. Jetzt ist es (nahezu) Gewissheit: Lewandowski wird Gerd Müllers Rekord aus der Saison 1971/72 mindestens einstellen.

Nach seinem Dreierpack beim 6:0 gegen heillos überforderte Gäste aus Mönchengladbach steht der Pole bei 39 Ligatoren in gerade einmal 27 Einsätzen – das ergibt fast eineinhalb Treffer pro Partie. Trainer Hansi Flick meinte: „Gerd Müller war mein Idol in der Jugend. Was Gerd Müller in meiner Jugend war, ist heute Lewandowski. Wenn er den Rekord schafft, hat er es mehr als verdient.“

Die Münchner Teamkollegen taten am Samstagabend, als die neunte Meisterschaft in Serie längst feststand, alles dafür, ihrem Angreifer möglichst viele Torchancen zu ermöglichen. Immer wieder wurde Lewandowski gesucht, immer wieder wurde er gefunden. „Ich kann dankbar dafür sein, dass ich so viele Vorlagen von meinen Kollegen bekomme“, sagte der 32-Jährige. Und Lewandowski – einst als Egoist verschrien – ließ es sich nicht nehmen, Kingsley Coman das 4:0 zu servieren. Auf diese Art sagte der Pole am Samstag Dankeschön für die konstante Zuarbeit seiner Mannschaft.

In Freiburg und daheim gegen Augsburg benötigt Lewandowski nun ein weiteres Tor, um Gerd Müllers Bestmarke einzustellen. Bei zwei Treffern wäre der Weltfußballer alleiniger Rekordhalter. Manuel Neuer erklärte: „Robert ist in einer grandiosen Form. Er will es unbedingt.“

Lewandowski selbst bleibt sich treu, denkt von Tor zu Tor – und will sich vor allem die nötige Lockerheit erhalten. „Es hilft nicht, wenn du es zur sehr willst. Du musst ruhig bleiben“, sagte er. Doch was soll ihn noch stoppen? Womöglich eine Gelbe Karte in Freiburg. Lewandowski steht bei vier Verwarnungen, eine fünfte würde eine Sperre nach sich ziehen und die Saison des Polen vorzeitig beenden. Flick: „Da muss er vorsichtig sein.“ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte: „Ich habe geglaubt, dass es Gerds Rekord für die Ewigkeit ist, der nie gerissen wird. Aber Robert kann ihn nun egalisieren, möglicherweise übertreffen. Er geht auf jeden Fall in die Geschichte des FC Bayern ein.“ Angesichts der Trefferquote von Lewandowski wirkt auch Gerd Müllers Bestmarke von 365 Bundesliga-Toren nicht mehr uneinholbar. Lewandowski steht bei 275 Treffern – und 90 Buden erzielt er für gewöhnlich in drei Spielzeiten.  jau, lop

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