Wer steckt wie tief im Abstiegskampf? Wer vertritt die Bundesliga in Europa?

von Redaktion

Spannung, Teil eins

Auch Hoffenheim hätte noch hineingezogen werden können, wäre die zweite Halbzeit verlaufen wie die erste. Doch einen 0:2-Rückstand gegen die Chaos-Schalker wollte die TSG nicht auf sich sitzen lassen und raffte sich zu einem 4:0 im zweiten Durchgang auf – Endergebnis 4:2, und jetzt kann nichts mehr passieren Weswegen auch entschieden wurde: Sebastian Hoeneß bleibt Trainer in Sinsheim, das sei, so Sportdirektor Alexander Rosen gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung, „völlig klar“ und „einstimmig entschieden“ worden. Nun kann der Verein an die weiteren Planungen gehen. Im Zentrum der Bemühungen: Offensivkraft Andrej Kramaric. Ein Jahr noch steht er unter Vertrag, mit einer guten EM könnte sich der Kroate für die TSG gewinnbringend ins internationale Schaufenster stellen. Aber Hoffenheim würde auch gerne verlängern.

Jedenfalls ist es ein Vorteil, wenn ein Club sich frühzeitig um seine Personalien kümmern kann. Jede Woche Zeit ist ein Gewinn. Andere müssen jedenfalls länger warten, bis für sie die Frage Bundesliga, Relegation, 2. Liga beantwortet ist.

Zu einem direkten Duell zweier Vereine, die tief drinstecken im Kampf gegen den Abstieg, kommt es am Samstag: FC Augsburg – Werder Bremen. Beide gehen mit unterschiedlichen Ansätzen an dieses Eventuell-Endspiel heran. Bremen hat seinem Trainer Florian Kohfeldt die Treue gehalten (zumindest bis Saisonende, danach steht wohl eine Neuorientierung an, so oder so), Augsburg die übliche Notbremse gezogen: Heiko Herrlich musste gehen, Markus Weinzierl übernahm. Am 32. Spieltag machte Werder durch das 0:0 gegen Leverkusen zumindest einen Punkt auf den FCA (1:2 in Stuttgart) gut. Zwei Zähler liegen die Schwaben noch vor den Norddeutschen. Ideale Spannungskonstellation.

Werder betreibt nun die finale mentale Mobilisierung. „Große Chance, großes Risiko“, sagt Kohfeldt über das Spiel in Augsburg, das sich in Stuttgart ganz anders zeigte als in den quälenden Wochen davor. Der FCA übernahm die Initiative, er verballerte aber seine Torchancen.

Wie ein Lauf sich verflüchtigen kann, erfuhr der 1.. FC Köln. Mitten im Friedhelm-Funkel-Gefühlshoch erwischte ihn ein 1:4 zu Hause gegen Freiburg. Widrige Umstände dabei: Ondrej Duda rutschte beim Elfmeter, der das 2:2 hätte sein können, weg – kein Tor, Slapstick. Zweite Gelegenheit zum Ausgleich hatte Jan Thielmann – per VAR-Entscheid war es aber ein Oberarmtor. Aberkannt. Und so schoss Freiburg noch zwei Tore.

Spannung, Teil zwei

Früher war es egal, ob man die Saison als Vierter oder Fünfter beendete. Nun steht ein Strich dazwischen, der klar trennt: Champions oder Europa League. Es sind verschiedene Welten. In der unattraktiveren Europa League muss man sich das Geld erst verdienen, wer in die Königsklasse eintritt, kann hingegen mit 30 Millionen rechnen. Für Eintracht Frankfurt wäre es ein Traum, mal ein Jahr mit den ganz Großen spielen zu dürfen, für Borussia Dortmund ist es wirtschaftliche Notwendigkeit. Tatsächlich hat sich der BVB wieder herangespielt und Frankfurt überholt.

Bis zum Frankfurter 1:1 gegen Mainz am Sonntag waren sogar Modellierungen möglich, wonach der Zweite Leipzig noch auf Rang fünf stürzen könnte – das hat sich nun erledigt. RB ist fix in der Königsklasse, Wolfsburg hat sich gefangen, ist Dritter, blickt aber bange auf den 33. Spieltag: Auswärtspartie, Leipzig.

Es werden die Restprogramme verglichen, es wird gerechnet – nicht glauben, wenn Trainer sagen, sie würden nicht auf die Tabelle blicken. GÜNTER KLEIN

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