Das Bibbern im Lupa-See

von Redaktion

Florian Wellbrocks Vorfreude auf die EM im Freiwasser wird von Temperatur-Sorgen getrübt

Budapest – Seit seiner Ankunft in Budapest scheint Florian Wellbrock die wärmende Sonne ins Gesicht. Doch für den Schwimmstar ist es längst noch nicht heiß genug, denn sein banger Blick richtet sich auf das Wasser-Thermometer im Lupa-See. Die Temperaturen im kristallklaren Gewässer lagen auch am Montag unter den 16 Grad, die als Mindestgrenze vorgeschrieben sind. Die EM-Rennen im Freiwasser, bei denen Wellbrock ab Mittwoch ein goldenes Zeichen für Olympia setzen will, stehen zumindest auf der Kippe.

„Das wird schwierig“, sagte Wellbrocks Heimtrainer Bernd Berkhahn: „So schnell heizt sich der See nicht auf. Und ab Mittwoch ist Regen angesagt.“ Am Montag betrug die Temperatur am Steg 15,1 Grad, „weiter draußen ist es deutlich kälter“, so Berkhahn.

Und Kälte – das ist überhaupt nichts für Wellbrock. „Ich bin kein Freund von kaltem Wasser und Neoprenanzug“, sagte der Doppel-Weltmeister, „weil das Rennen dadurch etwas anders gestaltet wird.“ Wellbrocks Vorliebe für warmes Gewässer hat aber nichts mit seiner jahrelangen Erfahrung als Beckenschwimmer zu tun. „Hier spielen sein Körperbau und die Physiologie eine Rolle“, erklärte Berkhahn. Sein im Vergleich zu den Konkurrenten eher hagere Schützling sei für Kälte „schon ein bisschen anfällig“.

Die Umstände könnten auch den Plan des deutschen Vorschwimmers, der in Budapest auf die Beckenwettbewerbe in der zweiten EM-Woche verzichtet, durchkreuzen. Sollte der Auftakt über 5 km am Mittwoch stattfinden, dürfte Wellbrock hier „voll gehen“, so Berkhahn. Auf den olympischen 10 km am Tag darauf müsse man dann schauen, „wie gut es läuft“.

Eigentlich war Wellbrock mit großer Vorfreude auf den ersten Freiwasser-Härtetest vor Olympia angereist. Nach der langen Corona-Pause darf sich der 23-Jährige mit seinen großen Rivalen Gregorio Paltrinieri (Italien), Marc-Antoine Olivier (Frankreich) und Ferry Weertman (Niederlande) messen.  sid

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