München – Am Ende wurde es dann noch mal ernst. Rund eine Stunde hatte Andrea Trinchieri, Trainer der Bayern-Basketballer, im vereinseigenen Podcast über die verschiedensten Themen geredet. Trinchieri erklärte Moderator André Voigt, wann man einen Cappuccino trinken darf (nur am frühen Morgen zu einem leichten Frühstück!) und welche Gemeinsamkeiten es zwischen dem Pizza-Backen und dem Formen eines Teams gibt: „Du brauchst die richtigen Zutaten. Du brauchst Zeit, darfst nichts überstürzen. Du musst deine Hände benutzen, aber nicht zu stark, da du sonst zerstörst, was du schon aufgebaut hast.“
Und obwohl die Kochkünste Trinchieris berüchtigt sind, stellt sich der Basketball-Fan aktuell natürlich ganz andere Fragen. Bleibt der Coach, der die Bayern in die Playoffs und fast auch in das Final Four der Euroleague geführt hat, München erhalten? Der Vertrag läuft zum Ende der Saison aus, die Verantwortlichen um Geschäftsführer Marko Pesic oder auch Präsident Herbert Hainer haben natürlich schon längst bekräftigt, dass man die Zusammenarbeit mit dem 52-Jährigen gerne fortsetzen würde.
Trinchieri äußerte sich in dem Podcast nun erstmals zur Thematik. „Ich nehme mir Zeit. Die Wunde heilt nicht. Ich muss mir Gedanken machen, was mit der BBL passiert ist. Das tut mir auf persönliche Weise weh.“
Zum Hintergrund: Nach dem Spiel bei den Hamburg Towers war Trinchieri mit einer Geldstrafe von 2000 Euro und einem Spiel Sperre sanktioniert wurden. Laut Urteil der BBL soll sich Trinchieri gegenüber Hamburgs Trainer Pedro Calles „unsportlich“ verhalten und zudem den „gebotenen Respekt gegenüber einem Schiedsrichter“ vermissen haben lassen.
Die Bayern legten Berufung ein, ein Schiedsgericht hob die Geldstrafe auf und sah keine Anhaltspunkte für die Vorwürfe der BBL. Aber, „das reicht nicht“, sagt Trinchieri, die Entscheidung des Schiedsgericht sei nur das Mindeste gewesen. Eine offizielle Mitteilung oder gar Entschuldigung der Liga blieb aus.
Dass Trinchieri diese Aussagen auf einem vereinseigenen Medium trifft, hat natürlich einen Beigeschmack. Allerdings ist der Italiener für seine ehrliche und direkte Art bekannt. Es braucht wohl, wie beim Pizza-Backen, noch Zeit für Trinchieris Entscheidung, ob er die Bundesliga weiter bereichert. nms