Smith kein Gegner mehr

von Redaktion

Zur Neuverpflichtung des EHC München

München – Jetzt ist es offiziell, was in den vergangenen Tagen schon als heißes Gerücht durch die Eishockey-Szene waberte: Der EHC München bestätigte die Verpflichtung von Ben Smith, dem Kapitän der Adler Mannheim. Der 32-jährige Kanadier war in der Saison 2020/21 auch der Topscorer seines Teams.

Was der Wechsel bedeutet: Vor allem ist er eine Ansage des EHC München an den Hauptkonkurrenten an der Spitze der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Drei Jahre hatte Smith für Mannheim gespielt und seinen Vertrag auslaufen lassen – trotz eines Angebots auf Verlängerung. Erwartet worden war im Umfeld der Adler ein Wechsel des Stürmers in die Schweiz, wo die Gehälter leicht das Doppelte eines DEL-Salärs betragen. Dass Smith sich für München entscheidet, trifft die Adler-Fans in der Seele. Die Diskussionen in den sozialen Netzwerken sind heftig.

Was Smith dem EHC bringen soll: „Wir sind froh, nicht mehr gegen ihn spielen zu müssen“, sagt EHC-Trainer Don Jackson. Drei Jahre wirkte Smith in Mannheim, seitdem sind die Münchner nicht mehr Meister geworden, haben ihre Heimspiele in Serie verloren. Diese Saison war Smith mit einem Kunstschuss an EHC-Tormann Kevin Reich vorbei an einem Adler-Erfolg am Oberwiesenfeld sichtbar beteiligt. Ein Spektakel-Spieler ist Ben Smith aber eigentlich nicht, sondern ein klassischer Vertreter der Fraktion „Leadership“. Don Jackson mag Spieler, die schon etwas gewonnen haben – bei Smith sind es neben der Deutschen Meisterschaft mit Mannheim (2019) der Calder Cup (AHL-Titel mit den Toronto Marlies 2018) und sogar der Stanley Cup (2014 mit Chicago).

Was Smith für ein Typ ist: Er macht keinen Hehl daraus, dass er auch aus touristischen Gründen in Europa spielt. Er will die Alte Welt erkunden. Das exzessive Training in Mannheim unter Pavel Gross irritierte ihn. GÜNTER KLEIN

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