München/Berlin – Zur kommenden Saison wechselt Julian Nagelsmann (33) von Leipzig nach München. Doch zuvor hat der Landsberger noch ein ganz großes Ziel: das Finale des DFB-Pokals morgen (20.45 Uhr, ARD und Sky) im Berliner Olympiastadion gegen Dortmund gewinnen. Es wäre die perfekte Revanche für das 2:3 am Wochenende beim BVB. Kommt Nagelsmann mit dem Cup im Gepäck zum FC Bayern?
Fakt ist: Es wäre der erste große Titel in der noch jungen Vereinsgeschichte von RB. Der Club wurde erst 2009 gegründet, erlebte seitdem einen steilen Aufstieg von der fünften Liga ist deutsche Oberhaus.
Fakt ist auch: Für Nagelsmann wäre es ebenfalls der erste Riesen-Erfolg seiner Profi-Trainer-Karriere.
Dass die Liga-Niederlage bei der Generalprobe in Dortmund ein schlechtes Omen ist, findet Leipzigs Offensiv-Star Kevin Kampl (30) übrigens nicht. Er betonte im Gespräch mit Pay-TV-Sender Sky: „Ich glaube, dass es im DFB-Pokal sowieso immer andere Spiele sind als in der Bundesliga. Deswegen musst du das Spiel auch ein Stück weit abhaken. Das wird am Donnerstag keine Rolle mehr spielen.“
Kampl, der 2015 ein halbes Jahr für Dortmund spielte, setzt auf eine optimale Vorbereitung der Leipziger durch ihren scheidenden Trainer Nagelsmann. „Da kommt es auf die Tagesform an, auf den Matchplan, und da bin ich sicher, dass uns der Trainer super einstellen wird – und dann werden wir auch die Chancen haben, das Spiel zu gewinnen“, davon ist der slowenische Nationalspieler überzeugt.
Den Erfolgshunger auf den ersten großen Titel der RB-Geschichte sieht Kampl als großen Anreiz: „Wenn du immer oben mitspielst und immer knapp an einem Titel vorbeischrammst, ist klar, dass du so sehr darauf brennst, diesen Titel irgendwann auch einmal zu gewinnen, und jetzt ist dieser Moment dafür.“ 2020 scheiterte Leipzig im Champions-League-Halbfinale beim Final-Turnier in Portugal Paris Saint-Germain (0:3). 2019 verlor RB das Endspiel im DFB-Pokal mit 0:3 gegen den FC Bayern. Vor allem die Niederlage damals in Berlin ist für Kampl Extra-Motivation gegen Dortmund. Er macht klar: „Wir sind extrem heiß, weil wir vor zwei Jahren gesehen, wie geil und schön es hätte sein können, wenn wir das Ding am Ende geholt hätten. Damals hatten wir noch keine Erfahrung mit Finals, jetzt haben wir sie ein Stück weit.“
Der DFB-Pokal würde Kampls Meinung nach auch das perfekte Abschiedsgeschenk für Nagelsmann vor seinem Wechsel nach München sein: „Es wäre für uns alle eine Supersache, dass wir die zwei Jahre, die wir unter Julian Nagelsmann hatten, mit dem Pokal krönen. Ich glaube, es gibt nichts Besseres.“
Einer, der RB einen Strich durch die Rechnung machen könnte, ist BVB-Superstürmer Erling Haaland (20). Der Norweger fehlte im Liga-Duell wegen eines „Pferdekusses“. Rechtzeitig zum Finale soll Haaland, der für Dortmund in 38 Pflichtspielen 37 Tore erzielt hat, wieder fit sein. „Bei Erling sieht es gut aus. Er ist selbst sehr zuversichtlich“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc (58) noch zurückhaltend: „Also sind wir es auch. Wir hoffen, dass er spielen kann.“