Die Chronik des Skandals

von Redaktion

26. April: Medien berichten, dass DFB-Präsident Fritz Keller seinen Vize Rainer Koch mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hat.

27. April: Mit „Entsetzen und völligem Unverständnis“ reagiert etwa das Präsidium des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) auf die verbale Entgleisung von Keller. Koch will ein Gespräch mit dem Verbandschef führen, hat eine Entschuldigung noch nicht angenommen. Keller will nicht zurücktreten.

30. April: Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes trifft in Potsdam zum bevorstehenden DFB-Gipfel ein. Bei dem Treffen an diesem Wochenende will die zerstrittene DFB-Spitze mit den Chefs der Landesverbände das weitere Vorgehen besprechen.

2. Mai: Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände des Deutschen Fußball-Bundes fordern DFB-Präsident Keller zum Rücktritt auf. Die Funktionäre entziehen Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius ihr Vertrauen. Koch akzeptiert eine Entschuldigung von Keller nicht.

3. Mai: Curtius äußert sich erstmals nach dem Votum der Regional- und Landeschefs, zieht aber zunächst keine persönlichen Konsequenzen.

4. Mai: Osnabrügge steht in der Führungskrise vor dem Rückzug. Der Funktionär werde nicht mehr antreten, heißt es. Inmitten aller Spekulationen über einen möglichen Rücktritt des schwer beschädigten Keller widerspricht DFB-Vize Koch in einem Schreiben DFL-Chef Christian Seifert und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

6. Mai: Keller trifft sich mit Charlotte Knobloch, um sich für seinen Nazi-Vergleich bei einer Präsidiumssitzung zu entschuldigen. Die 88-Jährige ist Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

7. Mai: Keller tritt trotz des eindeutigen Misstrauensvotums der Amateurvertreter noch nicht zurück. Der 64-Jährige entschuldigt sich und bittet um Verzeihung. Die Führung des Deutschen Fußball-Bundes will er aber nicht freiwillig aufgeben. Bundesinnenminister Horst Seehofer ruft die Spitzen des deutschen Fußballs in ihrem Dauerstreit zur Räson. „Es wird Zeit, dass die Sportverbände dieses jämmerliche Schauspiel beenden“, sagt der CSU-Politiker.

11. Mai: Die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes zieht fast geschlossen Konsequenzen aus der tiefen Krise innerhalb des Verbandes.

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