Wie die Meister-Bayern feiern

von Redaktion

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Abschluss der Saison

VON JONAS AUSTERMANN

München – Für den FC Bayern steht am Samstag bereits die zweite Meisterfeier in Folge unter Coronabedingungen an. Nach dem Heimspiel gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr, Sky) darf Manuel Neuer die Schale in die Luft stemmen – immerhin 250 Fans sind in der Allianz Arena dabei. Obwohl es für beide Teams sportlich um nichts mehr geht, steht ein emotionaler Nachmittag bevor. Wir beantworten vorab die wichtigsten Fragen und Antworten zum Saison-Finale.

Was ist bei der Feier erlaubt?

Die Bilder im Juni 2020 waren skurril: Der FC Bayern jubelte im leeren Wolfsburger Stadion, bei Übergabe der Meisterschale mussten die Spieler Abstand zueinander halten, Bierduschen fielen aus. Ganz ähnlich dürfte es am Samstag auch nach dem Bayern-Heimspiel gegen Augsburg aussehen. Die DFL erklärte, die Ehrung finde auch heuer „unter besonderen Voraussetzungen“ statt. Wie genau die aussehen, führte die Liga bisher nicht aus.

Klar ist: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert überreicht die Schale an Bayern-Kapitän Manuel Neuer. Seifert führt zuvor zwei PCR-Tests und am Spieltag einen Schnelltest durch. Ein kleines Trostpflaster ist aus Münchner Sicht, dass die heimische Allianz Arena nicht vollkommen leer sein wird: 250 Zuschauer dürfen dabei sein, wenn die neunte Meisterschaft in Serie bejubelt wird. Je 100 Tickets gehen an Personen aus dem Gesundheitswesen und Mitglieder des Clubs, zehn weitere an Fans im Kindesalter. Jeweils fünf Karten erhalten Chefcoach Hansi Flick, seine Assistenten Hermann Gerland und Miroslav Klose, weil sie den FC Bayern verlassen. Das Gleiche gilt für die Spieler David Alaba, Javi Martinez und Jerome Boateng, die als Abgänge feststehen. Die Verabschiedungen sollen vor Anpfiff stattfinden.

Wichtig: Alle Zuschauer, die die Arena betreten wollen, müssen einen negativen Corona-Test, einen Nachweis über Impfung oder überstandene Covid-Erkrankung mitbringen. Auf dem gesamten Stadiongelände herrscht Maskenpflicht. „Selbst, wenn es nur 250 Zuschauer sind, ist es ein erster, kleiner Schritt zurück in eine Normalität, wie wir sie uns alle wünschen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Was sagen die Bayern-Abgänge? Die Abgänge von Flick, Gerland, Klose, Alaba, Martínez und Boateng stehen bereits fest. Auch Leihspieler Tiago Dantas (Benfica Lissabon) hat keine Zukunft in München. Douglas Costa, der leihweise von Juventus Turin zum FCB zurückkehrte, ist bereits wieder in Brasilien. Offiziell verabschiedet werden kann er also nicht. Ein Fragezeichen steht hinter der Zukunft von Co-Trainer Danny Röhl, die Spieler Corentin Tolisso und Bouna Sarr sind Verkaufskandidaten. Blumen werden sie aber nicht erhalten, weil ein Verbleib eben nicht ausgeschlossen ist.

Boatengs Zeit beim FCB endet nach zehn Jahren. „Die Zeit hier werde ich nie vergessen, die Leute werden immer in meinem Herzen bleiben. Es wird immer meine Familie bleiben“, sagte der Innenverteidiger, der sich noch nach einer neuen Herausforderung umschaut. „Ich bin stolz, Teil der Geschichte des FC Bayern zu sein“, meinte Boateng. Das gilt auch für Martinez, der seit 2012 für die Münchner spielt. „Diese neun Jahre werde ich nie vergessen“, erklärte der Spanier. „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben und bin sehr glücklich über die vielen Titel, die wir gemeinsam gewonnen haben.“ Alaba bezeichnet den Club als „meine Familie, meine Heimat, mein Zuhause“ und erklärte mit Blick auf sein letztes Bayern-Spiel nach 13 Jahren: „Ob mir äußerlich die Tränen kommen, kann ich jetzt noch nicht sagen – aber innerlich mit Sicherheit.“

Flick blickt seinem Ende als Münchner Coach ebenfalls mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. „Ich bin dem Verein sehr dankbar. Ich hatte hier eine tolle und erfolgreiche Zeit. Und Erfolg hat man nur gemeinsam“, erklärte er zuletzt. „Das kann man dann auch gemeinsam feiern. Wir haben Herausragendes in den letzten Jahren geleistet.“ Wie geht es nach dem Augsburg-Spiel weiter? Die Saison 2020/2021 ist für den FC Bayern am Samstag gegen 17.20 Uhr beendet. Mit dem 34. Spieltag endet auch das von der DFL verordnete Quarantäne-Trainingslager, das die Münchner in Grassau abhielten. Die Spieler dürfen nach der Augsburg-Partie wieder zurück zu ihren Familien.Für die Münchner EM-Teilnehmer geht die Saison sportlich noch in die Verlängerung. Das betrifft Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jamal Musiala, Leroy Sané, Serge Gnabry, Thomas Müller (alle DFB), Benjamin Pavard, Lucas Hernandez, Corentin Tolisso, Kingsley Coman (alle Frankreich) sowie David Alaba (Österreich) und Polen-Kapitän Robert Lewandowski. Während Bundestrainer Joachim Löw ab dem 28. Mai zum Trainingslager in Seefeld (Tirol) bittet, geht es bei der polnischen Auswahl (24. Mai), dem französischen Team (26. Mai) und den Österreichern (27. Mai) schon früher wieder zur Sache. Auf Eric Maxim Choupo-Moting warten im Zeitraum zwischen dem 31. Mai und 15. Juni noch ein Freundschaftsspiele mit der kamerunischen Nationalmannschaft. Alphonso Davies dürfte mit Kanada noch in der WM-Quali gegen Aruba (5. Juni) und Suriname (8. Juni) gefordert sein.

Für die Bayern startet die Saison 2021/2022 zwischen dem 6. und 9. August mit der ersten Pokalrunde. Am 13. August wird die Bundesliga-Saison eröffnet. Während die Spieler, die nicht mehr für ihre Nationalmannschaft im Einsatz sind, nach dem Augsburg-Spiel in den Urlaub gehen dürfen, geht’s im Hintergrund erst richtig los. Die Vorstände Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Trainer Julian Nagelsmann planen die neue Saison – die aus Münchner Sicht mit einer ganz normalen Meisterfeier enden soll.

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