Hoeneß verrät: Flicks Wunsch hat uns überrascht

von Redaktion

Die Bayern waren (zu) lange überzeugt, den Erfolgstrainer in München halten zu können

Seefeld – Dass Hansi Flick nach der anstehenden Europameisterschaft Joachim Löw als Bundestrainer beerbt, war in der Branche spätestens seit der Rückzugs-Ankündigung des Amtsinhabers ein offenes Geheimnis. Nur die Verantwortlichen des FC Bayern München schienen von dieser Entscheidung überrascht – und fühlten sich überrumpelt.

„Das war für uns alle eine Überraschung, dass es für ihn – obwohl er so viele Erfolge hatte – offensichtlich immer noch etwas Größeres gibt, nämlich Bundestrainer zu werden“, verriet Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Doch die neue Aufgabe habe Flick „gereizt und deswegen haben wir diesem Wunsch von ihm auch stattgegeben“, ergänzte der Bayern-Patron.

Vorstandsmitglied Oliver Kahn war lange Zeit überzeugt, Flick weiter in München halten zu können. „Ich hatte viele Gespräche mit Hansi. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, wir kriegen das hin“, erinnert sich Kahn und erklärt: „Aber dass das Thema Nationalmannschaft in ihm gearbeitet hat, als Bundestrainer Jogi Löw seinen Rücktritt nach der EM angekündigt hat, ist nicht wegzudiskutieren. Letztendlich hat er seine Entscheidung getroffen und uns mitgeteilt.“

Den nun vollzogenen Abschied sieht Kahn laut eigener Aussage mit einem weinenden Auge, denn: Flick habe gezeigt, „dass er Titel gewinnen“ und „eine Mannschaft mit Top-Stars, mit Persönlichkeiten moderieren kann“. Das werde er auch beim DFB beweisen. Die Fans könnten sich „auf viele attraktive“ Spiele freuen.

Doch bis die Nationalmannschaft „Flicki-Flacka“-Fußball spielt, wie sein Spielstil mit hohem Pressing und aggressivem Gegenpressing in den sozialen Netzwerken getauft wurde, muss sich Deutschland noch etwas gedulden. Flick bestreitet sein erstes Länderspiel als Bundestrainer erst am 2. September in Liechtenstein.  bok, pk

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