München – Auch der FC Bayern muss aufgrund der Corona-Krise einen Sparkurs fahren. Das machten Vorstand Oliver Kahn (51) und Aufsichtsratsmitglied Uli Hoeneß (69) in einem Interview mit „Sport1“ im Rahmen der Aufnahme der neuen Mitglieder der Hall of Fame des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund klar.
„Uns fehlen mal locker 80 bis 100 Millionen Euro Zuschauereinnahmen. Und die kriegen wir auch nicht zurück. Das heißt: Alle Vereine, die seriös arbeiten, können keine großen Investitionen machen“, sagte der Ehrenpräsident. Gleichzeitig betonte Hoeneß, dass Noch-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann (33), der ab der kommenden Saison den FC Bayern coachen wird, ohne neue Superstars planen muss. Hoeneß: „Es wird keine großen Transfers geben. Können Sie vergessen. Das wurde so zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auf der letzten Sitzung besprochen.“
Und das aktuelle Team des Rekordmeisters? Zuletzt war unter vielen Fans vor allem die neue Zusammenarbeit zwischen Flügelflitzer Kingsley Coman (24) und dem berüchtigten Berater Pini Zahavi (77) ein heiß diskutiertes Thema.
Der Israeli hat das Verhandlungsmandat für England bekommen, soll sich in der Premier League nach einem passenden Verein für den Siegtorschützen aus dem letztjährigen Champions-League-Finale umsehen.
Mit dem Angebot der Bayern war die Coman-Seite bislang nicht zufrieden. Hoeneß zu den Spekulationen um den Abgang des Franzosen: „Ich kann nur darauf hinweisen, dass der Spieler noch zwei Jahre Vertrag hat. Alles andere werden wir sehen. Das werden Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic schon richten. Die Unterstützung vom Aufsichtsrat mit Herbert Hainer haben sie. Wir haben auch die Sache Alaba gemeinsam gut über die Bühne gebracht.“
Hier reizte Zahavi, der auch Alaba berät, die Bayern so lange, bis die Vertragsverlängerungsgespräche platzten. Nun wechselt er ablösefrei zu Real Madrid.
Hoeneß zum Wechsel des bei den Fans lange Zeit sehr beliebten Österreichers: „Wir waren einfach nicht bereit, den geforderten Preis für ihn zu bezahlen. Das wird auch in Zukunft so sein: Wenn Preise aufgerufen werden, die nicht darstellbar sind, dann wird’s keine Vertragsverlängerung beim FC Bayern geben.“
Und auch Oliver Kahn blickt gelassen auf die bevorstehenden Verhandlungen: „Wir haben hier im Club mit Blick auf wirtschaftliche Aspekte unsere klaren Vorstellungen. Deshalb bin ich, auch was Verhandlungen mit Zahavi betrifft, äußerst entspannt.“ pk, bok