Kiel – Holstein Kiel gegen den 1. FC Köln, Landesvater Daniel Günther gegen den CDU-Parteikollegen Wolfgang Bosbach: Das zweite und entscheidende Relegationsspiel am Samstag (18 Uhr/DAZN) um den letzten Platz in der Fußball-Bundesliga wird auch zum Politikum. Denn die beiden Politiker sind mit Leidenschaft am Bildschirm dabei, wenn der Bundesliga-16. im Holstein-Stadion versucht, die 0:1-Heimniederlage aus dem Hinspiel am Mittwoch wieder wettzumachen.
Bosbach, langjähriger stellvertretender Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion, ist dabei durchaus in Sorge, denn die Gäste brauchen unbedingt mindestens ein Tor, um den siebten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte noch zu verhindern. „Ich habe manchmal das Gefühl, unser Sturm bemüht sich um den Friedensnobelpreis“, sagte Bosbach im Sky-Interview.
Die Kölner Abschluss-Schwäche offenbarte sich schon während der regulären Saison mit nur 34 Treffern in 34 Spielen. Und nicht nur Edelfan Bosbach, auch Friedhelm Funkel hat das Manko in der Offensive längst erkannt. „Ich muss lange zurückdenken, wann ich in meiner Karriere das letzte Mal keinen gelernten Stürmer zur Verfügung hatte“, sagte der FC-Trainer.
In der Tat ein ernstes Problem, aber nicht das von Günther. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hatte den Störchen schon beim Pokalcoup gegen den FC Bayern im Januar die Daumen gedrückt. Nun blickt er dem Auftritt des Zweitliga-Dritten erneut optimistisch entgegen. „Das 1:0 im Rücken sollte den notwendigen Rückenwind geben, um das zu erreichen, worauf wir alle miteinander hinfiebern: Dass wir in Schleswig-Holstein zum ersten Mal einen Bundesligisten haben“, sagte der 47 Jahre alte Landesvater. sid