Die Bayern kämpfen sich ins Finale

von Redaktion

82:73 – Basketballer holen im fahrigen vierten Duell mit Ludwigsburg den entscheiden Sieg

VON PATRICK TORRES

München – In den letzten Sekunden war für die Basketballer des FC Bayern die Zeit des stillen Genießens gekommen. Zan Mark Sisko dribbelte die letzten Sekunden herunter. Bis er endlich amtlich war, der 82:73 (41:34)-Erfolg im vierten Halbfinale gegen die Riesen Ludwigsburg. Womit die Münchner drin sind in der Endspielserie. Gegen wen, wird sich vielleicht schon am Samstag herausstellen. Dann könnte auch Alba Berlin mit einem Sieg in Ulm nachziehen. „Wir haben uns durchgekämpft“, sagte Trainer Andre Trinchieri, „Gratulation an mein Team.“

Drei Spiele lang hatten sich die Bayern in dieser Serie ja gleich zu Matchbeginn reichlich Unheil eingehandelt. Man hatte stürmische Ludwigsburger über sich hinwegfluten lassen und den Schaden dann erst mühevoll beheben müssen. Das zu verhindern, dafür hatte sich Trainer Andrea Trinchieri für eine personelle Variante entschieden. James Gist oder Jajuan Johnson, so war die Frage in diesen Playoffs bislang gewesen. Diesmal nahm er beide – Center-Ass Jalen Reynolds musste nach einem überschaubaren Auftritt in Spiel drei als siebter Ausländer pausieren.

Kein schlechter Gedanke, wie sich schnell herausstellte. Johnson machte von Beginn an an den Brettern Betrieb – sechs Punkte und sechs Rebounds sprangen in Halbzeit eins heraus. Gist gab den erwartet umsichtigen Abwehrorganisator. Auch deshalb waren es diesmal die Bayern, die besser aus den Startlöchern kamen (11:3).

Ein basketballerischer Leckerbissen wurde die Partie deshalb freilich auch nicht. Im Gegenteil – dieses vierte Halbfinale wurde noch fahriger, noch unkonzentrierter als die drei Vorgängermodelle. Trinchieri hatte das ja schon geahnt. „Wenn du alle 48 Stunden spielst, dann kannst du nicht glänzen“ sagte er. Paul Zipser wäre so ein Spieler, der für Ruhe und Struktur sorgen kann. Doch der Nationalspieler konnte wegen Knieschmerzen nicht mitmachen.

Dafür meldete sich ein anderer zu Wort, der in dieser Saison noch kaum eine Rolle spielte. Nihad Djedovic, der langzeitverletzte Kapitän gab mal den bissigen Verteidiger gegen BBL-MVP Jaleen Smith, mal den kühlen Vollstrecker (9 Punkte). Und hatte damit seinen Anteil, dass die Bayern zur Pause schon mal auf Kurs lagen (41:34). „Das ist gut“, sagte der Rückkehrer selbst, „aber wir müssen konzentriert zurück kommen.“

Das glückte nur so halbwegs. Denn immer wieder war Ludwigsburg das gedankenschnellere und bissigere Team in einem Duell, in dem den Bayern, der Kräfteverschleiß dieser Tage deutlicher anzumerken war. Verletzungen inklusive: Zan Mark Sisko knickte um, konnte weitermachen. Leon Radosevic knickte um und humpelte auf Krücken in die Kabine. Und so: Schon zum Ende des dritten Viertels war der Hauptrunden-Meister wieder gleichgezogen (57:57). Glück für dei Bayern, dass Robin Amaize in die Bresche sprang. Der Nationalspieler (16 Punkte) verhinderte mit einer gewaltigen Energieleistung in beiden Feldhälften Schlimmeres.

Und das zahlte sich aus für die Gastgeber. Denn im Endspurt konnten die Münchner wenn schon nicht Kraft, dann wenigstens individuelle Klasse ins Rennen werfen. Wade Baldwin mit den ersten sechs Punkten des Spiels und James Gist trafen von der Dreierlinie und bugsierten ihr Team ins Finale.

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